Zum Artikel von Daniel Bischof,
7. Dezember

Das Staatsbürgerschaftsrecht
ist nicht mehr zeitgemäß

"Wer einfach die Staatsbürgerschaft eines anderen Landes annahm, verlor die österreichische": Richtig, nach dem österreichischen Staatsbürgerschaftsrecht wurde die "Untreue" bestraft. Wie kann man einfach eine andere Staatsbürgerschaft annehmen?

Aber auch wer die österreichische Staatsbürgerschaft bekommen will, muss in der Regel seine bisherige zurücklegen. Österreich verlangt "Treue". Staatsbürgerschaft ist aber kein Dienst und kein feudal-nationales Treueverhältnis, sondern ein Individualrechtsverhältnis. Das österreichische Staatsbürgerschaftsrecht ist nicht mehr zeitgemäß und sollte reformiert werden!

Dr. Stefan Malfèr,

1140 Wien

Zum Artikel von Bernhard
Baumgartner, 6. Dezember

Digitales Radio bietet
schlechte Qualität

Dieser Artikel über Digitalradio (DAB) ist einseitig, da er alles Negative verschweigt. Dass der ORF "bremst", ist gut. Nicht nur ist DAB so überflüssig wie ein Kropf, es ist auch technisch das Allerletzte. Es wird alles extrem datenreduziert und komprimiert, das reicht allenfalls für Nachrichten, nicht aber für Musik und kann niemals ein Ersatz für UKW FM sein. Zwar wird dessen Qualität seit der Digitalisierung des Rundfunks nicht mehr genutzt, und das Format mit nicht ausreichender 48-KHz-Abtastrate kommt an die frühere analoge Qualität bei weitem nicht heran, aber die derzeitige Klangqualität per UKW ist immer noch Gold gegen DAB.

Es geht hier um handfeste Geschäftsinteressen. Lobbyisten schmieren in Brüssel die Eurokraten, damit diese DAB durchsetzen. Dass DAB einen Mehrwert bringt und CD-Qualität erreicht, ist nichts als eine fette Lüge. Die CD ist der analogen Schallplatte weit unterlegen, was sich in HiFi-Kreisen längst herumgesprochen hat, aber auch hier gilt: Relativ zur CD ist DAB Dreck.

DI Dr.-techn. Artur Seibt,

1030 Wien

Eine türkis-grüne Koalition erfordert Kompromisse

Je länger die Verhandlungen dauern, desto mehr schwenken einzelne Verhandler vom vereinbarten Informationsstillstand aus. Muss das sein? Die "Strategie Kurz", also die Verhandlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit, ist ein wichtiges Requisit erfolgreicher Koalitionsgespräche, die den Gesichtsverlust einer oder auch beider Seiten vermeiden wollen.

Je weiter unten in der Hierarchie, desto stärker die Mutwilligkeit Einzelner, eine 100-prozentige Umsetzung der eigenen Parteipositionen zu fordern. Wenn wir davon ausgehen, dass der "Wählerwille" eine türkis-grüne Regierung fordert, dürfen wir nicht vergessen, dass dreimal mehr Wähler der ÖVP ihre Stimme gegeben haben als den Grünen. Ein Koalitionspakt kann daher nur so aussehen: drei Viertel ÖVP-Programm und ein Viertel, wofür die Grünen stehen. Dass manche Grünen-Politiker davon träumen, ihre Vorstellungen zu 100 Prozent umsetzen zu können, ist irreal.

Günter Braun,

1020 Wien

Österreichs Politik arbeitet gegen den Klimaschutz

Auf der UN-Weltklimakonferenz in Madrid sind Politiker aus aller Welt zusammengekommen, um das Klima auf unserem Planeten so weit in den Griff zu bekommen, dass unsere Kinder noch eine Chance haben, wenigstens halbwegs vernünftig zu (über-)leben. Zeitgleich arbeiten in Österreich die Politiker scheinbar taub, blind, stur und engstirnig in die absolute Gegenrichtung. Anders kann man den Weiterbau des Linzer Westrings, die fortlaufenden Planungen zur Wiener Lobau-Autobahn, zur dritten Landebahn in Schwechat, zur Waldviertel-Autobahn und so weiter nicht nennen.

Ich selbst werde keine Appelle mehr an Politiker richten, das ist hoffnungslos. Mein Appell richtet sich an die Menschen: Macht euch nicht mitschuldig an diesen Verbrechen an der Menschheit! Kämpft für eure Gesundheit und die Zukunft eurer Kinder und Enkel! Geht zu einer "Fridays for Future"-Demonstration, seht in die entschlossenen, hoffenden Augen der jungen Menschen, hört, was sie rufen, lest ihre Botschaften.

Jürgen Hutsteiner,

4400 Steyr