Zum Gastkommentar von
Gerhard Jandl, 24. Dezember

Drei Anmerkungen
zur Religionsfreiheit

Der Begriff "negative Religionsfreiheit" ist meines Erachtens irritierend. Indirekt wird damit die Freiheit von Religion als negativ suggeriert.

Laut Europäischem Gerichtshof für Menschenrechte umfasst der Wunsch nach Freiheit von Religion kein "Konfrontationsverbot" mit religiösen Symbolen. Glaubensgemeinschaften dürfen ungehindert die Öffentlichkeit mit religiösen Symbolen zupflastern? So einseitig kann Rechtssprechung sein!

Nicht "religiöse Gefühle" sind zu schützen, denn diese sind ein äußerst dehnbarer Begriff. Ein Staat kann in seinem Rechtssystem religiöse Gefühle überhaupt nicht definieren, da er sich allen Glaubensgemeinschaften gegenüber neutral zu verhalten hat. Außerdem ist Religion Privatsache. Nur die Ausübung dieser im Privatbereich ist zu garantieren und zu schützen.

Otto Diendorfer,

4150 Rohrbach-Berg

"Die Kirche ist 200 Jahre
lang stehen geblieben"

Mit einem Zitat des 2012 verstorbenen liberalen Kardinals Carlo Maria Martini hat Papst Franziskus am Ende des vergangenen Jahres die römische Kurie zum Wandel aufgefordert. "Die Kirche ist 200 Jahre lang stehen geblieben. Warum bewegt sie sich nicht? Haben wir Angst?", hat der ehemalige Erzbischof von Mailand in seinem letzten Interview vor seinem Tod gesagt. Eigentlich müsste es "2000 Jahre" heißen, denn bereits damals begannen die Manipulationen an den Worten und Lehren des Herrn.

Walter Koren,
4560 Kirchdorf

"Unsere Trägheit
ist eine Sünde!"

Es war an der Zeit, dass Papst Franziskus Trägheit gegenüber Flüchtlingen als Sünde bezeichnet. Diese Sünde wird sich eher mit Solidarität als mit Auffanglagern vermeiden lassen. Und es ist an der Zeit, sich wieder an die vielbesungenen christlichen Werte zu erinnern.

Bernd Stanzel, Anna Kaltenböck, 1070 Wien