Das neue Jahr bringt
große Herausforderungen

Was ist zu erwarten? Was ist zur Erhaltung und möglichsten Besserung unserer Lebenswelt zu tun? Suchen wir nach einer Orientierung, die Freiheit untrennbar mit Verantwortung für Mensch und Natur verbindet. Die Zuversicht soll zumindest einem New Deal für das 21. Jahrhundert gelten. Es darf keine Fehlentwicklung verschwiegen und nichts mehr verharmlost werden.

Wir werden alt, sehr alt. Es kann dazu kommen, dass steigende Anteile der Bevölkerung in die passive Versorgung abdriften. Wie soll der längere Lebensabend nicht nur Abend sein, sondern mit aktivem Leben erfüllt werden? Woran können und wollen wir noch bis ins Alter Anteil nehmen oder, der obsoleten Ideologie der Frühpensionierung folgend, dann nur noch abwarten, wie das eigene Dasein möglichst in Wohlbefinden vorhält?

Es stehen auch vielfältige Reformen der enorm besserungsbedürftigen Lebensführung - individuell sowie in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur - zur Aufgabe. Vor allem geht es um die radikale Eindämmung des schrankenlosen quantitativen Wachstums mit seinen vielen gefährlichen Begleitwirkungen bis zu den weltweiten Zerstörungen. In das (einzig unbegrenzte) qualitative Wachstum sind dagegen alle Kräfte nachhaltiger Leistungsgesellschaft einzusetzen.

Das demokratisch kultivierte Gemeinschaftsleben bedarf auf Dauer tragfähiger Sicherungen gegen missbräuchliche und grob fehlerhafte Handhabungen. Dafür soll im Lerngeschehen die Bildung persönlicher Qualitäten als Grundlage für unser Denken, Empfinden und Handeln neu belebt werden. Bei den Ausbildungen der benötigten Qualifikationen ist nicht nur auf den Bedarf, sondern besonders auf die Talente und Interessen Bedacht zu nehmen. Damit verbieten sich alle Gleichschaltungen. Zum Unterschied von Pisa und Zentralmatura lebt die Vielfalt persönlicher Stärken im weltweiten Berufswettbewerb "WorldSkills". Halten wir uns an die Notwendigkeiten und an gute Vorbilder!

RgR Prof. Reinhard Horner,

1100 Wien

Zum Gastkommentar von
Golli Marboe, 31. Dezember

Der ORF muss neu
ausgerichtet werden

Bravo, Golli Marboe! Auch nach meinem demokratischen Medien-Verständnis ist es höchst an der Zeit, nicht nur neue Rahmenbedingungen für den ORF, sondern eine Regelung innerhalb der Medien- und Datenlandschaft zu erstellen. Vor allem sollten die vorhandenen Mittel in Co-Produktionen mit anderen transnationalen Sendern investiert werden. Im Sinne der großen globalen Herausforderungen unseres Jahrhunderts entstünde so nicht nur Wertschöpfung, sondern auch eine gewisse Nachhaltigkeit für die wichtigsten Lebensmittel unserer Zeit: Medien und Daten. Public Value durch Coopetition ist das Gebot der Stunde!

Ilse Kleinschuster,

per E-Mail

Wien verliert seine
wertvolle Architektur

Das Dianabad ist ein Beispiel dafür, wie in Wien kulturelle Juwelen schrittweise zerstört werden. Nach Abrissen von erhaltenswerten Gebäuden in den vergangenen Jahren wird dies unter anderem beim Otto-Wagner-Areal mit der berühmten Kirche und den Gebäuden des Otto-Wagner-Spitals auf den Steinhofgründen exemplarisch fortgeführt.

Wie wird das in Zukunft weitergehen? Von Bürgerinteressen und Bürgerinitiativen wollen Wiener Gemeinderäte, wie Omar Al-Rawi und Josef Taucher (beide SPÖ), Jennifer Kickert und Rüdiger Maresch (beide Grüne), wie zuletzt in den Wiener Gemeinderatssitzungen von diesen ausgesprochen, nichts wissen (siehe die diesbezüglichen Protokolle).

Peter Jürß,

1160 Wien