Erstmals leitet eine Frau das Verteidigungsministerium

Klaudia Tanner wird Österreichs erste Verteidigungsministerin. - © apa/ÖVP/Jakob Glaser
Klaudia Tanner wird Österreichs erste Verteidigungsministerin. - © apa/ÖVP/Jakob Glaser

Andere Länder haben es schon vorgemacht, ohne dass sich an der Verteidigungsbereitschaft etwas geändert hätte. Der nächste Schritt - auch im Sinn der Gleichberechtigung - müsste jetzt die Pflicht zu Wehr- oder Zivildienst auch für Frauen sein. In anderen Ländern gibt es das schon.

Jürgen Jauch,

4040 Linz

Auch die neue Regierung vernachlässigt das Bundesheer

Der Zustand des Bundesheeres erfordere neue Konzepte, steht im neuen Regierungsprogramm. Es bleibt aber unerwähnt, dass in der Vergangenheit alle Konzepte mangels Finanzierung nicht umgesetzt wurden. Selbst die verlangte Konzentration auf die Kernkompetenz - die wir schon jetzt nicht mehr vollinhaltlich erfüllen können - wird künftig nicht billiger werden. Auch für die Vollausstattung der Miliz, als wesentlicher Bestandteil des Bundesheeres, muss tief in die Tasche gegriffen werden.

Das Regierungsprogramm sieht einen weiteren Abbau der schweren Waffensysteme vor. Damit wird die militärische Landesverteidigung als einzigartige Aufgabe des Bundesheeres aufgegeben. Das hat weder etwas mit Verantwortung zu tun, noch steht dies im Einklang mit dem Bundesverfassungsgesetz. Offensichtlich opfert die Politik einmal mehr die Sicherheit unseres Landes auf dem Altar der Parteipolitik. Dafür trägt sie allerdings die ungeteilte Verantwortung.

Die Österreichische Unteroffiziersgesellschaft begrüßt nicht nur die neue Ministerin Klaudia Tanner, sondern wird sie auch bei der Erfüllung der herausfordernden Aufgaben nach bestem Wissen und Gewissen unterstützen.

Vizeleutnant Othmar Wohlkönig, Präsident der Österreichischen
Unteroffiziersgesellschaft

Auf Klaudia Tanner wartet
eine Herkulesaufgabe

Die meisten Österreicher wollen die besten Köpfe in der Regierung haben, egal ob Frau oder Mann. Die Besetzung der neuen Regierung lässt Zweifel aufkommen, ob alle Minister für ihr Amt geeignet sind. Kritisiert wird etwa Klaudia Tanner, die bisher Direktorin des niederösterreichischen Bauernbundes war und jetzt Verteidigungsministerin wird.

Sie wird daran gemessen werden, ob sie ein brauchbares Verteidigungsbudget aushandelt. Was geschehen muss, steht im Bericht "Unser Heer 2030". Eine Verteidigungsministerin muss keine Jagdkommando-Grundausbildung absolviert haben, braucht aber Managerqualitäten, sicherheitspolitisches Verständnis und grundlegende Kenntnisse über die militärische Ausbildung. Das Wesentliche ist, dass sie als Chefin des Heeres ein Herz für die Soldatinnen und Soldaten mitbringt und sich über die militärischen Belange informiert.