Sebastian Kurz ist kein "Koalitions-Sprengmeister"

Obwohl kein Fan der Grünen, bin ich doch als stabilitätsbewusster Bürger daran interessiert, dass die aktuelle Regierung die volle Legislaturperiode hält. Gerade deshalb möchte ich mit dem Mythos aufräumen, Sebastian Kurz habe schon zwei Legislaturperioden vorzeitig beendet, und ein drittes Mal "könne er sich das nicht mehr leisten".

Ohne die rot-schwarze Regierung zu beenden, wäre der anschließende Wahlerfolg der ÖVP nicht eingetreten. Das war der Volkspartei insgesamt klar, und somit war die Sprengung der Koalition wohl in der Partei einvernehmlich und keine Alleinentscheidung von Sebastian Kurz.

Und die ÖVP-FPÖ-Koalition? Nach dem Ibiza-Desaster mit den Blauen weiterzuregieren, hätte sachpolitisch Sinn gemacht, der Gegenwind aus Medien und Opposition hätte jedoch jede positive Regierungsarbeit massiv beeinträchtigt. Es war daher notwendig und die einzig richtige Entscheidung, die Reißleine zu ziehen.

In beiden Fällen war es jedenfalls keine "einsame Entscheidung" und im ersten Fall die parteipolitisch einzig richtige, im zweiten Fall staatspolitisch die einzig mögliche. Von persönlicher Mutwilligkeit und damit "Schuld von Herrn Kurz" kann man jedoch in beiden Fällen nicht reden.

Günter Braun,

1020 Wien

Wien braucht einen
modernen Theaterbau

Wer jemals in Bratislava-Pressburg im neuen Opernhaus und im historischen Theater Aufführungen erlebt hat, wird zugestehen, dass wir in Wien mit dem nun zu renovierenden Volkstheater eine historische Helmer-&-Fellner-Bühne haben, aber kein vergleichbares, modernes Theater besitzen. Was liegt also näher, als sich mit der ins Auge gefassten "Mega-Arena St. Marx" auch ein "Theater der Moderne" zu wünschen? Die Ausschreibung eines internationalen Architekten-Wettbewerbes sollte eine Mehrfachnutzung definieren. In die Ideenfantasie der in- und ausländischen Architekten sind durchaus Hoffnung und Vertrauen zu setzen.

Wolfgang Riemer,

per E-Mail