Die EU schweigt zum Leid
der Menschen in Idlib

Es ist einfach unfassbar: Mehr als eine halbe Million Menschen - das entspricht der Bevölkerung Kärntens - ist in der syrischen Provinz Idlib auf der Flucht. Die Hälfte davon Kinder. Auf der Flucht von der perfiden Kriegstaktik der syrischen Armee, die Krankenhäuser und Schulen bombardiert. Ausgeführt werden die Angriffe von der russischen Luftwaffe, die dabei ihre neuesten Waffen testet.

Und was macht Europa, geschweige den Österreich? Wo bleibt der Aufschrei der EU gegen diese Barbarei (der im Übrigen auch bei allen anderen Krankenhausbombardements der letzten Jahre ausgeblieben ist). Nichts. Die EU ist abhängig von Wladimir Putins Gas und kuscht. Man hat die Syrer abgeschrieben. Man hat sich über die Jahre an das Leid gewöhnt. Man hat andere Probleme, die Pendlerpauschale etwa oder die WKStA.

Eine halbe Million Menschen, und es werden noch viel mehr werden! Eine Schande.

Arthur Fürnhammer,

1160 Wien

Die Eurofighter kamen Österreich zu teuer

Der Airbus-Konzern gibt "politische Zuwendungen" beim Verkauf der Eurofighter an Österreich zu. Insgesamt habe Airbus Zahlungen von rund 55 Millionen Euro an 14 Einzelpersonen, Berater oder Organisationen geleistet - es wäre interessant zu wissen, wer abkassiert hat.

In Österreich war im Bericht des Verfahrensrichters zum parlamentarischen Untersuchungsausschuss festgehalten worden, dass die Republik beim Kauf getäuscht worden war und deswegen 183,4 Millionen Euro zu viel gezahlt hatte. Einige Luftfahrtexperten haben sich schon 2010 mit dem hohen Preis der 15 Eurofighter befasst und sind zum Ergebnis gekommen: Der Stückpreis der "entmilitarisierten", älteren und teilweise gebrauchten Eurofighter der Tranche 1 ist um circa 10 Millionen teurer als bei den Kampfflugzeugen der Tranche 2 im ursprünglichen Vertrag. Rechnet man alles zusammen, dann erscheint der Betrag von 183,4 Millionen Euro gerechtfertigt.

Der Eurofighter mit vollständiger Ausrüstung ist ein hervorragender Abfangjäger, jedoch hat man Österreich über den Tisch gezogen, und daher sollte eine entsprechende Entschädigung von Airbus bezahlt werden, um den Schaden wiedergutzumachen.

Kurt Gärtner,

4600 Wels

Die EU muss sich selbst strukturell erneuern

Die Europäische Union sollte mit gutem Beispiel vorangehen und effizient und transparent haushalten. Wie jeder Bürger, jede Bürgerin es tun muss, jedes Unternehmen und jeder Staat. Noch hat die EU nicht über die britischen Gründe des Brexit reflektiert, noch fehlt ein Reformpapier zur geopolitischen Position, zur Stärkung der demokratischen Legitimation (sprich: Stärkung des EU-Parlaments) und zur Gewaltentrennung der EU-Institutionen.

Wenn die EU respektabler, näher bei den BürgerInnen und somit europäischer sein will, wird sie mehr Subsidiarität zulassen, die regionale Kreislaufwirtschaft fördern und die lokale Daseinsvorsorge sichern müssen. Aus Fairnessgründen sollte die marktwidrige und reformresistente Variante der Bankenrettungsprogramme (sprich: Rettungsprogramme der Bankeneigentümer) bald ihr Ende finden. Erst wenn die EU ihre strukturellen Hausaufgaben erledigt hat, sollte sie über eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge nachdenken.

Mag.a Barbara Maurer,

1200 Wien

Zum Gastkommentar von Beate Meinl-Reisinger, 11. Februar

Man sollte die Regierung
nicht vorab schlechtreden

Bundeskanzler Bruno Kreisky ist unter anderem durch eine Aussage bestens im Gedächtnis: "Lernen Sie Geschichte." Beate Meinl-Reisinger muss man ins Stammbuch schreiben: "Lernen Sie sachlichen und korrekten politischen Umgang." Die neue Regierung ist seit 7. Jänner im Amt und Frau Meinl-Reisinger weiß jetzt bereits, dass die Reformverweigerung fortgeführt wird, Österreich im politischen Stillstand verharrt und dem Bundeskanzler Mut und politische Courage fehlen. Sie will konstruktiv, kritisch und fordernd mit den Neos Reformen einmahnen. Bitte aber mit einem sachlichen und höflichen Umgang!

Manfred Schweizer,

2361 Laxenburg

Zum Gastkommentar von
Sonia Raviola, 6. Februar

Pflegeberufe machen Frauen ein Familienleben unmöglich

Endlich spricht jemand aus, was Insider schon lange wissen und vor allem spüren. Ich halte diesen Artikel für enorm wichtig und hoffe auf möglichst große Verbreitung.

Dr. Susanna Herrgesell,

1080 Wien