Zum Artikel von Peter Diem,
7. März

Tomáš Masaryk hat Mitteleuropa destabilisiert

Für mich bleibt es ein Rätsel, wieso wir unverändert milde mit Tomáš Masaryk, dem Gründer des Tschechoslowakischen Republik, umgehen. Sein bleibendes "Verdienst" ist es, das mitteleuropäische Gebilde zum Einsturz gebracht zu haben. Dies mithilfe der USA, die - unkundig der Zusammenhänge - mitgespielt und sich gleich wieder vom Schauplatz zurückgezogen haben.

Masaryk bediente sich übler Tricks, etwa beim Wortlaut seiner Unabhängigkeitserklärung das US-Vorbild teils kopiert zu haben. Washington hat sich geschmeichelt gefühlt und das Manöver nicht durchschaut. Beinahe zeitgleich hat es die Gründung einer mitteleuropäischen Union erlebt, von der ebenfalls Masaryk Präsident war. Die Streitereien zwischen Südslawen und Italienern einerseits sowie zwischen Tschechen und Polen andererseits haben rasch zum Bruch auch dieser Union geführt. Das Vakuum in Mitteleuropa ist sein Verdienst.

Dr. Kurt Bednar,

1230 Wien

Frauen lassen es oft
an Solidarität fehlen

Den Internationalen Frauentag möchte ich nachträglich zum Anlass nehmen, die Frauen in die Pflicht zu nehmen. Denn so oft sind sie sich beim Aufstieg im Beruf oder in der Politik selbst im Weg, sie behindern einander und verhindern ihre Karrieren.

Ich kann die Bundespräsidentenwahl 2004 nicht vergessen: Benita Ferrero-Waldner (Bild) und Heinz Fischer waren die Kandidaten. Keiner von ihnen war besser oder schlechter, wobei Frau Ferrero-Waldner aufgrund ihrer ausgezeichneten Mehrsprachigkeit sogar die etwas bessere Qualifikation aufwies. Es waren Frauen, die heftige Kritik an Ferrero-Waldner vorbrachten: Heide Schmidt hat sich dabei besonders hervorgetan und auch die SPÖ-Politikerinnen handelten nicht im Geiste ihrer zukunftsorientiert denkenden Johanna Dohnal, sondern unterwarfen sich der Parteiorder. Gerade an ihnen wäre es gelegen, vorbildhaft zu wirken und über Parteigrenzen hinweg eine Frau zu wählen.

Weiters erinnere ich an die Bundespräsidentenwahl von 2016: Irmgard Griss hatte den Mut, gegen den Amtsinhaber Heinz Fischer anzutreten. Auch ihre Courage und ihr Einsatz wurden von den Frauen nicht belohnt. Die Wahlanalysen zeigten, dass Frau Griss von Männern mehr Stimmen erhielt als von Frauen.

Die Klagen im Nachhinein sind scheinheilig und unsachlich. Unter den Frauen sollte mehr Solidarität herrschen!

Irmgard Otepka,

1130 Wien