Drei Schritte gegen die Coronavirus-Epidemie

Das Coronavirus hat uns weltweit im Griff. Schritt 1 muss sein, es möglichst zu begrenzen, und hier muss man die bisherigen und noch kommenden Direktiven von Regierungsseite voll akzeptieren - und jeder Einzelne von uns muss sie mittragen!

Schritt 2 betrifft die Folgen der wirtschaftlichen Einbrüche durch diese Pandemie. Hier geht es darum, die Wirtschaft und damit auch alle Arbeitsplätze zu schützen und mit den erforderlichen Mitteln gegenzusteuern.

Schritt 3: In der gegenwärtigen Situation kann die politische Priorität Umwelt auf EU-Ebene, aber auch in den einzelnen Mitgliedsstaaten kurz- beziehungsweise mittelfristig nicht durchgehalten werden. Also gilt: Das Umweltthema nicht vergessen, aber im Moment hintanstellen. Denn die Klimakatastrophe droht langfristig, die Wirtschaftskrise als Folge der Corona-Pandemie droht unmittelbar. Und vor allem: Wenn unsere Wirtschaftskraft lahmt, wer soll dann unser Umweltprogramm finanzieren?

Günter Braun,

1020 Wien

Die Epidemie und
die europäische Einheit

Das Virus hat gezeigt, dass der Größenwahn, auf Grenzen komplett verzichten zu wollen, definitiv ein Fehler ist. Man kann es eventuell für den Warentransport tun, aber sonst ist es ein Fehler, den man korrigieren muss.

Aus dieser jetzigen EU sollten Vereinigte Staaten von Europa mit eigenen Grenzen und eigener Währung werden. Corona macht es möglich.

Ernst Pitlik,

1220 Wien

Entschleunigung und
Abkehr vom Konsumwahn

Corona macht uns Angst, weil es unsere Gesundheit bedroht und das Alltagsleben in Österreich und dem Rest der Welt total verändert. "Entschleunigung" wird derzeit real: Wir haben momentan die Chance, uns als Menschen wiederzuentdecken. Konsum und Habenwollen allein machen ja nicht wirklich zufrieden. Wir haben die Chance, hinter dem reinen Konsummenschen ein wenig vom eigenständig denkenden Seelenmenschen wiederzufinden.

Michael M. Bauer,

8020 Graz

Nachbarschaftshilfe
in Krisenzeiten

So gefährlich die momentane Zeit gerade für uns Älteren ist, so positiv ist auch der Aufruf zur Nachbarschaftshilfe bei den Jüngeren angekommen. Ich lebe in einem Haus mit zwölf Parteien, wir kennen uns alle und haben einen ganz normalen Umgang untereinander. Gestern klopfte es an meiner Türe, einer der jüngst eingezogenen Mitbewohner stand vor meiner Tür und meinte: "Wenn Sie etwas brauchen, stecken Sie einen Zettel heraus und wir kaufen für Sie ein!"

Ich dankte ihm herzlich und meinte, momentan könnte ich mir, mit meinen 81 Jahren, noch selbst helfen, aber er und seine junge Familie sind für mich der Beweis, dass es noch eine echte Nachbarschaftshilfe gibt, so wie ich sie als Kind in den Jahren nach dem Krieg auch erlebt habe.

Darum glaube ich ganz fest, dass Österreich auch diese schwere Krise überleben wird, und echte Nachbarschaftshilfe ist da wirklich ein gutes Zeichen von Solidarität. Gemeinsam sind wir nicht einsam!

Franz Schramböck,

4030 Linz

Seuchenbekämpfung
einst und heute

Déjà-vu: Die Maßnahmen sind vergleichbar, die Bezeichnungen sind andere. Das Covid-19-Maßnahmengesetz 2020 hat seinen Vorläufer in der Pestpolizeiordnung 1837. Schon damals waren Fake News ein Problem; das Gesetz nannte sie "Unwahrscheinliche oder erdichtete Gerüchte" (§12). Die Quarantäne hieß in Österreich bis ins 20. Jahrhundert Kontumaz, die davon Betroffenen wurden als Kontumazisten bezeichnet.

Dr. Ernst Bobek,

1140 Wien