Wie wir einander in
Zukunft grüßen könnten

Wir alle sollen unsere sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren, um dem Coronavirus das Überspringen von einem Infizierten auf einen Nichtinfizierten zu erschweren. Damit hat die Suche nach Ersatzlösungen für das Händeschütteln begonnen. Manche sind auf die Idee gekommen, den Handschlag durch einen "Ellenbogenanschlag" zu ersetzen.

Dabei gibt es etwas viel Eleganteres und Anmutigeres, den indischen Gruß "Namaste" (aus dem Sanskrit: "Ich grüße das Göttliche in dir!"). Bei dieser Geste werden die Innenhandflächen zusammengeführt, in der Nähe des Herzens an die Brust gelegt und der Kopf wird leicht in Richtung des Begrüßten gebeugt. Sehr sympathisch. Dem Abendland zur Nachahmung empfohlen.

Otfried Schrot,

D-30952 Ronnenberg

In den Apotheken wird großartig geholfen

Sie sind vorwiegend Frauen. Sie sind Mütter. Oft auch alleinerziehend. Sie kommen früher in die Arbeit, sie gehen später nach Hause. Um für die Patienten da zu sein, um ihre Kolleginnen zu unterstützen. Sie müssen nicht darum gebeten werden, sie machen das selbstverständlich. Man wechselt sich ab. Kurze Toilettenpause, noch einen Schluck Wasser. Dann sofort zurück an die "Front".

Dort strahlen sie Besonnenheit aus, sie beruhigen die Patienten, aber ermahnen sie auch dort, wo es notwendig ist. Gleichzeitig bewältigen sie den Stress und die Hektik, die sich im Hintergrund abspielt. Sie sind da für die Menschen. Sie versorgen die Österreicher mit lebensnotwendigen Medikamenten. Und zwar flächendeckend in ganz Österreich.

Ich spreche von den Pharmazeutisch Kaufmännischen Assistentinnen und Pharmazeutinnen in den rund 1400 Apotheken im ganzen Land. Was sie alle momentan mit einer Selbstverständlichkeit und noch immer mit einem Lächeln, welches trotz Schutzmaske noch wahrnehmbar ist, leisten, lässt einen Beobachter nur noch staunen. Die Apotheken mit ihren Mitarbeitern gehören zu den wichtigsten Einrichtungen der sogenannten "kritischen Infrastruktur" dieses Landes, und genau deshalb gebührt ihnen nicht nur Dank, sondern sie sollten auch besonders geschützt werden: Sei es durch Sars-CoV-2-Schnelltests, durch Plexiglaswände an den Verkaufsplätzen oder durch wirksame Schutzmasken.

Und nicht zuletzt muss man auch die Patientinnen und Patienten loben. Sie bleiben in den Apotheken ruhig, sie geben Acht, sie verhalten sich größtenteils vorbildlich. Sie wissen: Wir tun alles für sie, was in unserer Macht steht. Selbstverständlich.

Dr. Clemens Szczepanski,
7350 Oberpullendorf

Die Gefahr in Ischgl
wurde zu spät erkannt

Die Corona-Epidemie fordert Opfer, ein prominentes ist die Normalität, die wir uns seit Jahrzehnten eingebildet haben - und die jetzt über Nacht verschwunden ist. Glücklich, wer noch auf eine traditionelle Familie zählen kann.

Österreichs Institutionen dagegen wirken hilflos: Ein Beispiel für ihr Versagen ist der Corona-Hotspot Ischgl, von dem die isländischen Behörden früher wussten, als die Tiroler reagierten. Die Aufarbeitung solcher Katastrophen wird uns (vielleicht) die Tatsachen des Versagens vermitteln - hoffen wir, dass daraus Schlüsse für die Zukunft gezogen werden.

Mit der Pandemie werden wir noch Monate leben, ihre politischen und vor allem wirtschaftlichen Auswirkungen werden uns möglicherweise Jahre begleiten.

Jürgen Jauch,
4040 Linz

Betroffene Gebiete wurden nicht rechtzeitig abgeriegelt

Die Maßnahmen sind zwar drastisch, manche meinen überzogen, aber bedauerlicherweise nicht rechtzeitig. Man hätte sich an den Anrainerstaaten von China orientieren sollen, die fast unmittelbar nach Bekanntwerden der Pandemie in Wuhan die Grenzen partiell geschlossen und mit Quarantänemaßnahmen erfolgreich reagiert haben. Anstatt das Virus rechtzeitig auszusperren, wird bei uns jetzt die Bevölkerung eingesperrt.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien

Die "Wiener Zeitung"
kann’s am besten

Ich bin sehr beeindruckt von der Qualität der Berichterstattung der "Wiener Zeitung", den Kommentaren und dem Feuilleton zum Thema Nummer eins. Ich kaufte mir alle Qualitätsblätter unseres Landes und kam zur Überzeugung: Die "Wiener Zeitung" kann’s am besten. Möge es diese Zeitung noch lange geben!

Wolfgang Seereiter,

8200 Ludersdorf

Zum "extra" vom 14. März

Friedrich Hölderlin
hilft in Zeiten der Krise

Für die beiden Beiträge zu Friedrich Hölderlin (von Otto A. Böhmer und Nikolaus Halmer, Anm.) muss ich mich ganz herzlich danken. Wunderbar - gerade in unserer unruhigen Corona-Zeit.

Christina Vossoughi,

per E-Mail

Zum Kommentar von
Christian Ortner, 13. März

Deutschlands Budgetpolitik
trifft sozial Schwache

Bei seinem Lobgesang auf die "solide deutsche Haushaltspolitik" hat Christian Ortner natürlich jeden Hinweis auf die besonders hohe Kinder- und Altersarmut unterschlagen. Auch die hohe Obdachlosigkeit aufgrund überhöhter Mietpreise findet keine Erwähnung. Es handelt sich daher keineswegs um eine "verantwortungsvolle Budgetpolitik".

Dietmar Köhler,
1230 Wien