Entscheidungen treffen und
das System stabil halten

Die Corona-Krise ist sicherlich eine der größten, wenn nicht sogar die größte Krise der vergangenen siebzig Jahre in Österreich. Vermutlich sind einige Entscheidungen intuitiv getroffen worden. Dies kann auch nicht anders sein, da wir ja noch nie in so einer Situation waren. Schuldzuweisungen sind das am wenigsten Nützliche, das wir jetzt und in Zukunft brauchen: Jetzt gilt es, die notwendigsten Systeme am Laufen zu halten.

In der Luftfahrt nennt man das: First fly the aircraft! Verantwortung zu übernehmen, bedeutet sowohl im Cockpit als auch am Boden, sehr oft mit den aktuellen Informationen eine sofortige Entscheidung zu treffen. Dass man Sekunden, Stunden oder Tage später mehr Informationen zur Verfügung hat, ist nichts Neues. Wer in seinem Leben ausschließlich perfekte Entscheidungen getroffen hat, der werfe den ersten Stein. Alle anderen bitte ich, mit voller Energie ihre Verantwortung wahrzunehmen und sich von niemandem die einmalige Chance nehmen zu lassen, aus dieser herausfordernden Situation für die Zukunft zu lernen und Mitmenschen zu helfen. Danke!

Johann Aufleger, MBA,

5400 Hallein

Eine Solidaritätsabgabe
bei Aktiengewinnen

Es darf in der Corona-Krise keine Börsenprofiteure geben! Das sind jene, die aus den Kursrückgängen beim Kauf von Aktien ab dem 2.März und beim Verkauf bei wieder steigenden Kursen nach dem Ende der Krise außergewöhnlich hohe Kursgewinne realisieren werden.

Die Steigerung der täglichen Umsätze an der Börse um rund das Dreifache verdeutlicht einerseits die Höhe der Angstverkäufe der Kleinanleger und andererseits der Käufe von Anlegern mit hoher Liquidität. Der ATX-Kursverlust vom 2. bis 16. März betrug bereits 35,53 Prozent und wird sich sicherlich noch weiter erhöhen.

Da die Kursgewinne nur auf die Bewältigung der Krise zurückzuführen sind, sollte die Kapitalertragsteuer von derzeit 27,5 Prozent um einen Solidaritätszuschlag erhöht werden. Dieser könnte etwa 15 bis 20 Prozent betragen und befristet für Käufe in der Krise bis zu deren definiertem Ende gelten. Verkaufsgewinne aus Käufen vor der Krise unterliegen weiterhin der KESt von 27,5 Prozent.

Dkfm. Harald Gartner,

1190 Wien