Die Globalisierung dürfen
wir nicht aufgeben

In Reaktionen auf das Coronavirus hört man oft: Die Globalisierung ist schuld. Aber man kann nicht wegen einer - zugegeben sehr schlimmen - Pandemie unser ganzes Leben infrage stellen.

Ein Beispiel: Hauptursache der Ausbreitung der Pandemie war der Tourismus. Aber können wir deshalb den Tourismus aufgeben? Österreich lebt zu einem wesentlichen Anteil vom Fremdenverkehr, und wo ist denn die österreichische Corona-Epidemie ausgebrochen? In unseren Skizentren! Sollen oder können wir deshalb unseren Fremdenverkehr einstellen?

Oder: AUA-Maschinen haben einige Tonnen Schutzmaterial für Österreich und Südtirol aus China gebracht. Kuba unterstützt Italien mit medizinischem Personal. "Globalisierung go home"? Das ist sicher keine Lösung!

Allerdings, wenn es um die Solidarität innerhalb der EU geht - die wäre noch ausbaufähig!

Günter Braun,

1020 Wien

Die Krise erfordert auch finanzielle Solidarität

Sollten nicht alle, die noch arbeiten dürfen und können, zu Gunsten derer, die jetzt mit leeren Händen dastehen, auf die letzten ausgehandelten oder durch Streik erpressten Einkommenserhöhungen verzichten? Sollten nicht auch diejenigen, die mit einer stabilen Rente gesegnet sind, 10 Prozent davon in einen Krisenfonds einzahlen, aus dem Maßnahmen zum Schutz der "Risikogruppen" finanziert werden können?

Dr. Alexander Micke,

1190 Wien

Der Bund könnte sich an Unternehmen beteiligen

Es geht in der Corona-Krise vor allem darum, Unternehmen und damit Arbeitsplätze zu retten. Wir hatten dafür in den 1980er und 1990er Jahren ein großartiges Instrument, die Gesellschaft des Bundes für Industriebeteiligungen GBI (auch Pleiteholding genannt), welche strategisch wichtige Pleitefirmen übernahm und sanierte. So wurden tausende Arbeitsplätze gerettet. Jetzt sollten wir nicht bis zur Pleite warten, sondern auch schon vorher Anteile an Unternehmen erwerben können.

Franz Nauschnigg,

per E-Mail