Zur Kolumne von
Ernest G. Pichlbauer, 23. April

Nötige Einschränkungen
für eine begrenzte Zeit

Darf man Freiheit und Selbstbestimmung des einen einschränken, wenn man damit das Leben eines anderen vielleicht verlängert? Diese ethische Frage ist meines Erachtens mit Ja zu beantworten. Zum Beispiel werden beim Auftreten von Röteln Schwangere sofort isoliert, damit das ungeborene Kind keinen Schaden nimmt. Bei der Covid-19-Pandemie wurden sowohl gefährdete sowie als Überträger des Virus infrage kommende Personen isoliert.

Die Vereinsamung von Menschen in Pflegeheimen deswegen ist schlimm. Aber viele der Angehörigen, wenn sie Überträger des Virus wären, würden sich lebenslang die Schuld am Tod ihrer Angehörigen geben. Das wollen diese sicher auch nicht.

Walburg Ernst MAS MSc,

2362 Biedermannsdorf

Eine Fortsetzung von Generationskonflikten

Ernest G. Pichlbauer schreibt: "Die Lebensqualität von Millionen wurde erheblich reduziert, und das ist den gewonnenen qualitätsadjustierten Lebensjahren gegenüberzustellen." Wer legt die individuelle Lebensqualität der gewonnenen Lebensjahre fest? Was machen wir mit den Menschen, die (auch im Sinne einer Kosten-Nutzenanalyse) durchfallen?

Der Unmut mancher gegen die verhängten Schutzmaßnahmen hat im "Generationenkonflikt" durchaus Tradition. In der Rentendiskussion hieß es: "Die Alten essen unser Geld auf", und eben jetzt: "Wir leiden, um die Alten zu schützen."

Zur Ehrenrettung der Alten sei an deren unverzichtbares Wirken in unserer Gesellschaft, an ihre Erfahrung, an ihre Rolle in der familiären Kinderbetreuung und an ihre vielfältigen ehrenamtlichen Tätigkeiten erinnert. Ohne Alte gäbe es keine Jungen. Und in unserer christlichen Kultur sagt das vierte Gebot: "Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren."

Ing. Gerhard Schmidt,

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Schulbetrieb ohne
Musik und Turnen

Nach wochenlangem "Homeschooling" ist für mich als Lehrer die Vorfreude auf reale Schülerkontakte naturgemäß groß: Doch Musik und Turnen sollen "aus hygienischen Gründen" nicht stattfinden. Das ist besonders schlimm für diverse musikalische und sportliche Sonderformen sowie für die Bildungsanstalten für Elementarpädagogik und die Bundesbildungsanstalten für Sozialpädagogik, wo Musik und Bewegung eine große Rolle spielen. Zu hoffen bleibt, dass die Endfassung der Durchführungsverordnungen verbessert wird.

Mag. Reinhard Koller,

2340 Mödling