Zum Gastkommentar von
Alfred J. Noll, 25. April

Die Proklamation von Österreichs Selbständigkeit

Alfred Nolls durchaus barock anmutende, wiewohl durch Zitation des Staatssekretärs Ernst Fischer die Ausdrucksweise der Unabhängigkeitserklärung vom 27. April 1945 ironisierende Ausführungen lassen den darin für die spätere Entwicklung maßgeblichen Satzteil des Artikels III, nämlich dass die Provisorische Staatsregierung mit der vollen Gesetzgebungs- und Vollzugsgewalt betraut wird, weg. Dagegen ist die von Noll vermisste Selbstbeschuldigung der Autoren beziehungsweise Österreichs wegen der NS-Verbrechen dort zu Recht nicht enthalten. Staatsrechtliche und staatspolitische Erklärungen sind nämlich keine Beichtzettel, und die eigene fragile Stellung der Regierung weiter zu schwächen wäre ein Unding gewesen.

Em RA Univ.Prof. DDr. René Laurer, 1030 Wien

Zum Gastkommentar von
Heinz Fischer, 24. April

Der österreichische Nationalfeiertag

Heinz Fischer wünscht sich den 27. April als Nationalfeiertag. Dazu sei gesagt, dass am 27. April 1945 noch große Teile Österreichs nicht befreit waren. Die Proklamation über die Selbständigkeit Österreichs war symbolisch gewiss wichtig, aber de facto war die Regierung unter Karl Renner völlig machtlos, von den Westmächten nicht anerkannt und wurde wohl nicht zu Unrecht als sowjetische Marionette betrachtet.

Ich wäre ja für den 13. März (1848). Damals ist das Volks von sich aus für die Freiheit auf die Barrikaden gestiegen. Aber einen Feiertag just an diesem Tag könnte man natürlich missverstehen, wenn ich an 1938 denke...

Rudolf Freiler,

2860 Kirchschlag

Stimmungsaufheller
am Wochenende

Herzlichen Dank an Severin Groebner für den wöchentlichen Stimmungsaufheller. Die Nuancen reichen bei mir von unkontrollierbaren Lachkrämpfen bis zu nachdenklichem Schmunzeln.

Petra Schweiger,

per E-Mail