Zur Kolumne von
Christian Ortner, 8. Mai

Eine hohe Inflation
ist unwahrscheinlich

Christian Ortners Sorge um die kleinen Sparer und deren "sukzessive Enteignung" durch eine drohende "Inflationswelle" ist löblich, allein, es fehlt ihr die empirische Grundlage. Im Gegenteil: Alle seit dem Lockdown veröffentlichten Wirtschaftsprognosen sind sich darin einig, dass der Anstieg der Verbraucherpreise im heurigen Jahr in Österreich auf rund 1 Prozent, im Euro-Raum sogar deutlich unter diese Marke fallen und im kommenden Jahr auch nicht mehr als moderate 1,5 bis 2 Prozent betragen wird, das Problem also eher deflationärer als inflationärer Natur sein dürfte.

Robert Stöger,

per E-Mail

Das Ansteckungsrisiko steigt
in geschlossenen Bereichen

Warum gibt es so viele Covid-Infektionsfälle in Senioren- und Pflegeheimen? Es liegt nicht nur an den Gesundheitszuständen der Leute, sondern daran, dass sich eine "Menge" von Personen auf einem Platz befindet. Diese Clusterbildungen sind auch bei anderen "Mengenverhältnissen" (etwa Asylheimen) zu beobachten. Anstatt diese Räume zu öffnen, damit sich die Menschen mehr verteilen können, wurden solche Räume vielfach geschlossen.

Peter Jürß,

1160 Wien

Deutsches Gericht kratzt
an der Autorität des EuGH

Das Urteil des deutschen Verfassungsgerichts (im Widerspruch zu einem des Europäischen Gerichtshofs, Anm.) zeigt uns wieder: Alles Negative aus der und über die EU geht darauf zurück, dass (derzeit) 27 Regierungschefs die Politik der EU bestimmen - und das meistenteils mit Kompromissergebnissen. Aber nicht genug damit: Nun betreten auch noch Juristen die Bühne, aus dem größten und einflussreichsten EU-Mitgliedsland! Wenn ein Höchstgericht in Ungarn oder Polen einen solchen Schritt gesetzt hätte, wäre man mit der herrschenden Meinung, was von deren Demokratieverständnis zu halten sei, zur Tagesordnung übergegangen. Aber Deutschland?

Günter Braun,

1020 Wien