Zum Gastkommentar von
Michael Soder, 6. Mai

Welche Gesellschaftsform
ein gutes Leben ermöglicht

Michael Soder fordert - aktuell im Lichte des Konjunkturpakets nach Covid-19 - dazu auf, "über Strukturen und Prozesse unserer Wirtschaft und Gesellschaft nachzudenken", uns mehr Gedanken zu machen "über Wert und Preis". Diese Fragen beschäftigen die Nachhaltigkeitsforschung seit vielen Jahren, sind es doch wesentlichste Fragen in Bezug auf die Zukunftsfähigkeit (Enkeltauglichkeit) der modernen Gesellschaft.

Dazu gehören auch Fragen wie: "Was soll regional produziert werden? Ist der billige Preis von Produkten zu rechtfertigen, wenn diese auf Kosten der unter sehr schlechten und teils unmenschlichen Bedingungen arbeitenden Beschäftigten und der Umwelt, also zu unfairen Wettbewerbsbedingungen, erzeugt werden? Welchen Wert hat systemerhaltende Arbeit? Was bedeutet Freiheit?"

Schöpfen wir also Hoffnung! Gerade in einer Zeit, in der wir uns wieder auf die Suche machen nach "der lange verloren geglaubte Solidarität in einer zugleich entgrenzten und individualisierten Gesellschaft", werden wir vielleicht fündig, indem wir uns fragen: "Welche Gesellschaft brauchen wir für das gute Leben?"

Ilse Kleinschuster,

per E-Mail

Kindheitserinnerungen
an die Besatzungszeit

Die amerikanischen Soldaten erweckten bei mir ein Interesse am Militär. Während eines Manövers war ich "Scout" und organisierte Obst für die GIs, dafür erhielt ich Konservendosen, Kaugummi und Kekse. Wenn ich zu meinen Großeltern in Niederösterreich fuhr, hatte ich beim Übertritt in die russische Zone immer ein ungutes Gefühl. Auch meine Eltern waren nervös, man wusste nie, wie der "Iwan" gelaunt war.

Am 15. Mai 1955, einem sonnigen Tag, schauten mein Vater und ich ein Fußballspiel der "Blauen Elf" Wels an. Auf dem Heimweg läuteten plötzlich alle Kirchenglocken. Ich fragte meinen Vater, was denn heute los sei. Er antwortete: "Heute wurde in Wien der Staatsvertrag unterschrieben, die Besatzungssoldaten werden unser Land bald verlassen, und Österreich ist wieder frei."

Als Kind war mir die Bedeutung des Staatsvertrags nicht so bewusst. Die Erwachsenen hatten diesen Tag ersehnt, nach so langer Unfreiheit wie Diktatur, Krieg und Besatzungszonen.

Oberst i.R. Kurt Gärtner,

4600 Wels

Die Wiederöffnung des Flughafens in Salzburg

Es war eine attraktive Schlagzeile der vergangenen Woche, dass der Salzburger Flughafen wieder aufsperrte - für die Landung einer Eurowings-Maschine mit zwei(!) Passagieren aus Düsseldorf und für vier(!) Passagiere, die sie nach Düsseldorf bestiegen. Bezahlten die Passagiere die Kosten dieses unnötigen Aufwandes? Warum wollten sie nicht mit der Bahn fahren? Wurde dieser klimaschädliche Akt gefördert?

H. Peter Degischer,

1040 Wien