Frisch gepflanzte Bäume werden nicht gepflegt

So sehr die jüngste Baumoffensive der Stadt Wien zu begrüßen ist, so sehr schmerzt der teilweise katastrophale Pflegezustand zahlreicher frisch gesetzter Jungbäume in unsere Stadt. Wer sich zum Beispiel in den Grünanlagen der von Wiener Wohnen "betreuten" Gemeindebauten umsieht, wird jedes Jahr rasch fündig: hunderte vertrocknete Nachpflanzungen! Bei einem Großteil der Standorte fehlen die für eine regelmäßige Bewässerung notwendigen Bewässerungsschläuche und die seit einigen Jahren von der MA42 (Stadtgartenamt) verwendeten grünen Gießsäcke.

Die Initiative "Zukunft Stadtbaum" hat zudem von AnrainerInnen erfahren, dass die Ballenpflanzen von den zuständigen Gärtnern oft ohne einen Tropfen Wasser gesetzt und dann monatelang sich selbst überlassen werden. In unserem Grätzel am Meidlinger Tivoli gibt es Standorte (etwa Hohenbergstraße Nr. 40), auf denen in den vergangenen zwölf Jahren bereits die sechste (!) Jungbaum-Generation vertrocknet ist beziehungsweise kurz vor dem Absterben steht.

Alexander Mayr-Harting,

Initiative "Zukunft Stadtbaum"

Die FPÖ verhält sich in der Krise verantwortungslos

Prof. Christian Drosten, Leiter der Virologie Charité Berlin, beschäftigt sich seit vielen Jahren wissenschaftlich mit dem Coronavirus. Er hat mit 100 Ärzten aus aller Welt einen offenen Brief unterzeichnet, der Falschmeldungen im Zusammenhang mit dem Coronavirus kritisiert, vor allem durch Personen, die das öffentliche Vertrauen genießen, aber über keinerlei wissenschaftliche Expertise über das Coronavirus verfügen.

Der Wiener Infektiologe Prof. Florian Thalhammer (MedUni Wien/AKH) sagt: "Österreich ist bisher bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie sehr erfolgreich gewesen. Es ist uns gelungen, eine massenhafte Infektion zu verhindern, sodass unser Gesundheitssystem nicht an seine Grenzen gestoßen ist."

Ganz anders sehen das die Parteispitzen der FPÖ. Originalton Klubchef Herbert Kickl: "Die Regierung hält mit Corona-Wahnsinn, das ganze Land seit Wochen in Geiselhaft. (...) Die Regierung hat durch ihre Maßnahmen, durch ihre Sabotageakte, ohne Not eine Spur der Verwüstung durch die Gastronomiebetriebe gezogen." Und FPÖ-Parteichef Norbert Hofer sagt: "Das Coronavirus ist nur ein Grippevirus, das für über 80 Prozent der Bevölkerung nicht gefährlich ist."

Ich mag gar nicht daran denken, dass ohne "Ibiza" jetzt Strache, Kickl und Hofer mitregieren würden.

Gottfried Stögner,

4600 Thalheim

Die neue Normalität ist
bloß eine alte Realität

Abstand halten, Hände waschen, Maskenpflicht und der Blick auf die Kurve der Neuinfektionen: Alles das gehört zu der "neuen Normalität". Aber ist diese Realität tatsächlich so neu?

Vor allem wir, die Nachkriegsgeneration, die das Glück hatte, den großen Aufschwung zu erleben, wir sollten uns vor Augen führen, dass das Empfinden, immer alles unter Kontrolle und für alles ein Medikament zu haben, nur eine Illusion ist. So gibt es bis heute viele Krankheiten, die nicht besiegt sind. Wir sind gezwungen, mit einem gewissen Risiko zu leben. Deshalb werden wir auch mit Sars-CoV-2 vorerst leben müssen.

Denn was hilft es, wenn wir zwar von einer Lockerung der Einschränkungen hören, aber aus Angst vor der "zweiten Welle" innerlich in der Quarantäne permanenter Angst bleiben? Wir brauchen all unsere Kraft und unseren Einfallsreichtum, um die Herausforderungen, die sich uns stellen, gemeinsam zu schultern!

Mag. Charlotte Mitsch,

2700 Wiener Neustadt

Der Staatsvertrag brachte
endlich Sicherheit

Die Unterzeichnung des Staatsvertrages war für mich als 15-Jähriger von eminenter Bedeutung. Mein Vater war 1953 als Spätheimkehrer aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. In unserer Gasse befand sich eine Wäscherei, die regelmäßig von russischen Soldaten aufgesucht wurde. Dies versetzte meinen Vater lange Zeit in höchste Erregung. Der Abzug der Besatzungsmächte erlöste ihn von der Furcht, dass sich Erlebtes wiederholen könnte. Für mich bedeutete dies ein gesichertes Aufwachsen und war zudem ein Grund, die Reserveoffizierslaufbahn einzuschlagen.

Ing. Ernst Steinbrenner,

3150 Wilhelmsburg