Kasachstan hat die
Covid-Krise bewältigt

Kasachstan ist das flächenmäßig neuntgrößte Land der Welt und ein wesentliches Bindeglied in der "One Belt One Road"-Initiative Chinas. Kasachstan wurde relativ spät von der Coronavirus-Pandemie getroffen und reagierte am 16. März sofort mit rigorosen Maßnahmen: Nach dem Ausruf des Notstands folgten die Quarantäne der Hauptstadt Nur-Sultan und der Wirtschaftsmetropole Almaty sowie diverser Regionen. Der Flugverkehr wurde eingestellt. Alle Institutionen und Organisationen wurden bis auf große Lebensmittelgeschäfte und Apotheken geschlossen. Die Ausgangssperre und das behutsame Hochfahren der Wirtschaft in den vergangenen Wochen zeigten Erfolg. Staatspräsident Qassym-Schomart Toqayew verkündete nach Erreichen des Höhepunkts der Pandemie am 11. Mai das Ende des Ausnahmezustandes. Zu diesem Zeitpunkt waren 5.138 Covid-19-Infizierte und 31 Todesfälle im 18-Millionen-Einwohner-Staat registriert. Die Quarantäne bleibt weiterhin aufrecht.

Rudolf Thaler ist als Wirtschaftsdelegierter in Almaty mit seinem Team für Zentralasien zuständig. - © VogueSpot.at/Valeri Angelov
Rudolf Thaler ist als Wirtschaftsdelegierter in Almaty mit seinem Team für Zentralasien zuständig. - © VogueSpot.at/Valeri Angelov

Ich fühle mich in Almaty sicher und informiert. Ich arbeite, wie meine Mitarbeiter, im Homeoffice. Die Wohnung verlasse ich mit Maske und Wegwerfhandschuhen. Die Temperaturmessungen beim Eingang zum Supermarkt, die Bodenmarkierungen an den Kassen gehören zum Alltag. Ich habe in all diesen Wochen kein leeres Regal gesehen. Straßen, Plätze, Hauseingänge werden regelmäßig desinfiziert. Social Distancing ist für die kontaktfreudigen Kasachen eine Umstellung, da der herzliche Umgang und das Händeschütteln zum Alltag gehören. Am Abend nach der Aufhebung des Ausnahmezustandes hörte ich mehrere Feuerwerke.

Kasachstan ist einer der größten Erdöllieferanten Österreichs und mit einem bilateralen Außenhandelsvolumen von 1,65 Milliarden Euro der größte Wirtschaftspartner in Zentralasien. Die etwa 70 österreichischen Niederlassungen haben sich der neuen Situation angepasst und organisieren aus dem Homeoffice beispielsweise Webinare für Händler, Online-Schulungen für Techniker und engagieren sich in den Sozialen Netzwerken. Für heuer rechnen die Firmenvertreter mit Umsatzrückgängen von bis zu 60 Prozent. Unternehmen, die Service und Ersatzteile für wichtige Maschinen und Anlagen liefern, sind weniger betroffen. Durch die Corona-bedingte Stilllegung der Produktion in Österreich kommt es zu Lieferverzögerungen. Die einkommensstarke Klientel greift auch in Krisenzeiten zu österreichischer Qualität.

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung rechnet für heuer mit einem Rückgang der kasachischen Wirtschaft um 3 Prozent und einem Anziehen 2021 um 5,5 Prozent. Wichtig sind in dieser für alle herausfordernden Zeit die Kontaktpflege und das Aufspüren von Geschäftschancen. Wir unterstützen unsere Unternehmen mit Konferenzgesprächen inklusive Dolmetschservice und virtuellen Geschäftsreisen. Damit überspringen wir Grenzen und heben Geschäftsbeziehungen auf eine neue Ebene.

Dr. Rudolf Thaler,
Wirtschaftsdelegierter in Almaty, zuständig für Zentralasien

Zum Gastkommentar von
Christian Ortner, 22. Mai

Die Corona-Krise kann
zum Umdenken führen

Wenn Christian Ortner bezüglich der Corona-Krise schreibt, die "neue Bescheidenheit" habe nichts mit der Realität zu tun, muss gesagt sein: Die Seuche hat genau mit dieser Wohlstands-Realität zu tun! Die ausgebeuteten Wanderarbeiter in - auch europäischen - Sweatshops, Schlachthof-Leiharbeiter und selbst prekäre Arbeitsverhältnisse bei der heimischen Post sind die neuen Viren-Cluster.

Dass "Menschen wollen, was sie immer wollten: möglichst viel Wohlstand", ändert sich gerade zunehmend. Die Menschen wollen möglichst viel Gesundheit. Und niemand wird in Armut verfallen, nur weil andere nicht mehr so skrupellos ausgebeutet werden wie bisher. Ein feineres, neues, höheres Bewusstsein ist den Menschen zumutbar!

Sabine Piribauer,

1090 Wien

Was passiert mit den
Daten nach Corona-Tests?

Wie ich lese, sollen im Tourismusbereich bis zu 65.000 Testungen wöchentlich auf eine Corona-Infektion vorgenommen werden. Dazu stellen sich für mich hier einige Fragen:

Ist die Teilnahme an einer solchen Testung verpflichtend?

Was passiert, wenn man diese verweigert?

Trägt die Testung dazu bei, eine österreichische Gendatenbank aufzubauen? Wenn ja, auf welcher rechtlichen Basis? Wenn nein, welches Gesetz verhindert dies?

Welche Daten werden gespeichert, wer erhält sie, wer ist für ihre Verwaltung verantwortlich und was passiert mit ihnen?

Wie lange werden die Daten gespeichert?

Werden diese Daten auch finanziell genutzt?

Steht dieser Prozess in Einklang mit der DSGVO?

Wo ist in Relation zu den realen (sinkenden) Infiziertenzahlen die Grenze für die Verhältnismäßigkeit der Maßnahme?

Karl Pangerl,

per E-Mail