Zum Gastkommentar von
Roland Nagel, 28. Mai

Pflege als Lehrberuf
wäre kontraproduktiv

Roland Nagel hat vollkommen ins Schwarze getroffen. Seit circa 30 Jahren wird die Akademisierung der Pflege in Österreich von engagierten Pflegepersonen vorangetrieben. Viele haben neben der anstrengenden beruflichen Pflegetätigkeit ein Studium absolviert und dazu beigetragen, dass es heute möglich ist, ein Pflegewissenschaftliches Studium zu absolvieren und die Ausbildung zum Gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege an einer Fachhochschule mit Bachelor-Abschluss zu machen.

Die Corona-Krise hat gezeigt, dass diese Berufsgruppe weltweit noch immer nicht die Wertschätzung erfährt, die ihr gebührt. Mit der Einführung einer "Pflegelehre" wird sich diese Haltung eher verfestigen, und die Anstrengungen all jener, die sich für die Aufwertung des Berufes einsetzen und eingesetzt haben, werden zunichtegemacht.

Mag. Bettina Plandor,

1130 Wien

Im Lehrlingsalter ist man
zu jung für Pflegeberufe

Der steigende Bedarf an Pflegekräften lässt aktuell das Thema "Pflegelehre" in der Politik und Gesellschaft aufleben. Wenn man davon ausgeht, dass 15-Jährige in eine solche Pflegelehre eintreten, stellt sich die grundsätzliche Frage, ob die "Lehrlinge" nicht zu jung dafür sind.

In unserem Krankenhaus veranstalten wir mehrmals im Jahr die "open doors Tage" für die umliegenden Schulen. Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Jugendlichen die eigene Identität noch entwickeln und sich oftmals noch selbst finden müssen.

Obwohl der Personalbedarf groß ist, müssen Personen in Pflegeberufen umfassend qualifiziert sein. Es braucht ein Höchstmaß an fachlicher, sozialer, psychischer und ethischer Kompetenz. In Pflegeberufen wird man mit sehr belastenden und fordernden Situationen konfrontiert. Pflege ist ein Beruf mit Sinn und Zukunft - so soll es auch bleiben ohne verwässerte Anpassungen.

Deshalb ein klares NEIN zu Kindern am Krankenbett!

Susanna Reisinger, MAS,

Pflegedirektorin und Sprecherin der ARGE PflegedirektorInnen
des ÖGKV Steiermark

Verantwortungslosen Airlines gebührt keine staatliche Hilfe

Vergangene saßen Woche in einer Passagiermaschine zwei(!) Urlauber, die nach Sardinien geflogen wurden. Nicht genug, musste das Flugzeug auch noch beim Landeanflug umkehren und zurück nach Düsseldorf fliegen, weil der Flughafen von Olbia noch gesperrt war. Was für ein Aufwand und Verbrauch von Ressourcen pro Person!

Wer organisiert und verantwortet so eine Aktion? Es ist Eurowings, eine Tochter der Lufthansa, der auch die österreichische AUA gehört. Und so einem Unternehmen wollen wir Steuergeld schenken, um weiterzumachen wie bisher?

Franz Glauninger,

2340 Mödling