Zum Artikel von Petra Tempfer,
5. Juni

Nach dem Shutdown um
zwei Kilogramm schwerer

Ich habe, als Therapeutin mit dem Schwerpunkt Essstörungen, tagtäglich mit Menschen zu tun, die mit ihrem Gewicht, ihren Körperformen und ihrem Aussehen hadern, da sie glauben, den gängigen Schönheitsidealen nicht zu entsprechen. Abgesehen davon, dass zwei Kilogramm nicht viel sind, finde ich es unangemessen, mit erhobenem Zeigefinger über Körpergewicht zu schreiben.

Viele Menschen fühlen sich aufgrund ihres Gewichts stigmatisiert und abgewertet. Auch sind viele, die bereits an einer Essstörung erkrankt sind oder ein problematisches beziehungsweise restriktives Essverhalten aufzeigen, sensibilisiert, was diese Themen betrifft. Es befeuert ihre Unsicherheit und ihre Unzufriedenheit mit sich und ihrem Körper und bestätigt sie darin, dass Essen problematisch ist. Möchte man Übergewicht thematisieren, dann sollte der Diskurs über das Individuelle hinausgehen und vielmehr sollten strukturelle Fehlentwicklungen diskutiert werden: gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche.

Gabriele Haselberger,

per E-Mail

Suchtmittel wie Smartphones, Tablets oder Spielkonsolen

Mit großer Sorge stelle ich fest, wie heftig Spielkonsolen, Smartphones oder Streamingangebote beworben werden. Wie kann es sein, dass Suchtmittel und potenzielle Krankmacher so ungeniert beworben werden dürfen? Man hat es geschafft, süchtigmachende Erzeugnisse wie Zigaretten aus der Werbung zu verbannen. Genau Gegenteiliges erleben wir bei digitalen Medien.

Mittlerweile haben wir einen hohen Prozentsatz an Kindern und Jugendlichen, die an Schlafstörungen, Depressionen, Aggressionen, ADHS oder Angstzuständen leiden. Den Empfehlungen der Wiener Ärztekammer entsprechend, sollten Kinder bis zum 16. Lebensjahr Smartphones nur für Notfälle mitführen oder verwenden. Es ist allerhöchste Zeit, dass sich unsere Entscheidungsträger und die Industrie ihrer Verantwortung bewusst werden.

Daniela Pichler,

5324 Hintersee