Erfüllender Sommer
im Ferienlager

Das ist eine der Stärken unserer Kirchen: die Motivation, die Kombination von Professionalität und Begeisterung, der Geist des Miteinander und Füreinander. Tausende junge Leute aus den Pfarren warten schon, um mit energiegeladenen Kindern in die Sommerlager zu fahren. Wochen voller Fantasie, Abenteuer, Kooperation, kreativem Gestalten, Theater und Nachtgeländespiel im dunklen Wald. So wächst die Persönlichkeit der Kinder. Das alles in einem Rahmen, in dem es keine Gewinner und Verlierer gibt (eine Grundregel der Jungschar). Und am Abend im Ritual alles in Gottes liebende Hände legen können. Nichtreligiös könnte man auch sagen: alles wertfrei anschauen und loslassen. Ebenso ein Verinnerlichen von Dankbarkeit.

Es sind die kleinen Dinge, die Kindern helfen, Selbstvertrauen aufzubauen. Dietmar etwa, ein etwas pummeliger Bursch, der in seiner Klasse als der Ungeschickte gilt, traut sich, auf der Slackline den Bach zu überqueren. Anna, ein typisches Stadtmädchen, zuckt zusammen, als Wespen um das Marmeladenglas schwirren. "Komm, setz dich her. Sei cool. Warst du noch nie auf Lager?", ermuntert sie die achtjährige Lena.

Das innere Ziel leitet durch alle Spiele und Abenteuer: Wir lernen, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen; wir entwickeln Fantasie und testen Grenzen aus; wir brauchen acht Tage lang kein Internet; wir gehen liebevoll und respektvoll miteinander um; wir bewegen die Welt und gestalten sie schöner. Am Ende singen wir: "Es ist schön, solche Freunde zu haben, es ist schön, nicht allein zu sein."

Danke den tausenden JungscharleiterInnen, die das alles ermöglichen!

P.S.: Trotz Corona-Zeit konnten wir im Juli 2020 in unserer Pfarre mit 31 Kindern auch in Tagesausflügen das Jungscharleben genießen. Für die Kinder eine einzige Freude, für die Eltern eine große Entlastung.

Pfarrer Martin Rupprecht,
Pfarre Hildegard Burjan, Wien 15

Interne Sanktionen bei Vorwürfen gegen Polizisten

Im Rahmen der aktuellen Debatten ist es unumgänglich, sich mit der Situation der Betroffenen zu befassen. Eines vorweg: Auch Polizistinnen und Polizisten haben Menschenrechte, es gilt zum Beispiel die Unschuldsvermutung, und Vorverurteilungen haben keinen Platz!

Darüber hinaus ist Nicht-Polizeiangehörigen nicht bewusst, dass bei einer Beschwerde oder einem Misshandlungsvorwurf, egal ob nur behauptet oder mit möglicher Substanz, bei der internen Behandlung seitens der Dienstbehörde Maßnahmen - je nach Schwere der Anschuldigung - gesetzt werden, die unmittelbare Auswirkungen auf die beschuldigte Polizistin oder den beschuldigten Polizisten haben. Dazu gehören Versetzungen oder Dienstzuteilungen, verbunden mit finanziellen Einbußen, die Einleitung eines Disziplinarverfahrens, während dessen Dauer Hemmnisse beim beruflichen Fortkommen, Nichtteilnahme an internen Fortbildungsmaßnahmen, eine Suspendierung bei gekürzten Bezügen, karrierebehindernde Vermerke im Personalakt oder Reputationsverlust innerhalb der Organisation, um nur einige zu nennen.

Letztendlich kommt dann die Erkenntnis, dass alles korrekt abgelaufen ist und keine Dienstpflichtverletzung vorliegt. Doch der Schaden ist angerichtet: Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fühlen sich vorverurteilt und haben innerhalb der Organisation keine Möglichkeit, sich über Abläufe, Konsequenzen, Rechtslage oder Rechtsschutz zu informieren.

Beratung und Hilfe bietet die Personalvertretung, Vorgesetzte treten ausschließlich als Exekutoren von negativen Maßnahmen in Erscheinung. Hier fehlt es gänzlich an einem positiven Fehlermanagement, um eine Kultur zu fördern, in der leichte Verfehlungen oder Fehler in Prozessabläufen auch zugegeben werden dürfen, ohne mit disziplinären Maßnahmen rechnen zu müssen. Das derzeitige System und die damit verbundene Kultur müssen objektiv, professionell und nachhaltig verändert werden.

Wenn der Dienstgeber seiner Fürsorgepflicht gegenüber seinen Dienstnehmern nachkommen und sie vor öffentlichen Angriffen schützen will, dann sind entsprechende Umsetzungsmaßnahmen höchst an der Zeit. Menschenrecht ist höchstes Gut, lassen wir unsere Polizistinnen und Polizisten nicht außen vor.

Hermann Greylinger,
Vorsitzender FSG/Bundespolizei, Stelllvertretender Vorsitzender
der Polizeigewerkschaft

"Manhattan-Projekt"
vor 75 Jahren

Für die dringende Entwicklung eines Covid-Impfstoffs brauchten wir wieder einen General Groves, der ein Projekt von normal zehn Jahren in drei Jahren zum Erfolg führte, indem er "die Zeit teleskopierte", wie er es selbst nannte. Das würde diesmal viele Menschen retten - statt sie zu töten.

D.I. Ewald Pangratz,

1130 Wien

Zum Artikel von Kim Traill, 18. Juli

Freiwillige Rückkehr
nach Afghanistan

Danke für diese ausgezeichnete Reportage, die uns alle aufrütteln und beschämen müsste: nicht nur mich als Leserin, sondern ganz besonders jene, die für derartige Vorkommnisse die Verantwortung tragen. Ich meine das bis hinauf zu unseren höchsten Politikern!

Mit einem Minimum an Empathie müsste man im Asylwesen eine Kehrtwende von 180 Grad vollziehen. Und das müsste uns noch viel mehr unter den Nägeln brennen als jeder geschmolzene Gletscher - was aber keineswegs heißen soll, dass Letzteres nicht auch Handlungsbedarf bedeutet.

Dr. Helga Künzl,

1060 Wien