Zum Artikel von Karl Ettinger,
21. Juli

Wie Thomas Schmid zum
Chef der Öbag wurde

Bundesminister suchen sich für ihre Kabinette und Generalsekretäre keine dummen Menschen aus und diese sind meist gut vernetzt. Wenn nun ein Spitzenposten (wie zum Beispiel der des Chefs der staatlichen Holding) ausgeschrieben wird, ist die Formulierung des Textes dafür naturgemäß nicht Sache einer unteren Ebene, sondern eine, die ganz oben wahrgenommen wird.

Das darf aber doch nicht ausschließen, dass die betreffenden Personen sich gelegentlich selbst bewerben. Die Entscheidung treffen dann ohnehin nicht sie. Ich halte es für sehr bedauerlich, wenn diese Vorgangsweise immer wieder skandalisiert wird. Geradezu beschämend ist es, wenn abgehörte Telefonate oder gehackte Mails herangezogen werden, um so jemanden anzupatzen. Ein wenig mehr Moral in der Politik und im Journalismus täte schon gut.

DDr. Gottfried Zwerenz,

1190 Wien

Das Bundesheer als
Stiefkind der Politik

Seit Monaten steht das Bundesheer im öffentlichen Interesse. Weniger wegen der hervorragenden Leistungen, sondern eher wegen des kritischen Zustands und der möglichen Neuausrichtung. Das weckt das Interesse der Oppositionsparteien, die etwa mit einem Misstrauensantrag gegen die amtierende Verteidigungsministerin vorgehen. Das löst weder das eigentliche Problem, noch stärkt es das Bundesheer.

Die Vergangenheit hat uns gelehrt und die Gegenwart beweist es uns wieder: Unabhängig, welcher Minister dem Verteidigungsressort vorsteht, das Bundesheer ist seit Jahrzehnten "das Stiefkind der Politik". Das Einzige, was hilft, ist ein staatstragender politischer Wille, Österreich auf die erkannten Herausforderungen vorzubereiten und die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen bereitzustellen. Das Bundesheer ist nämlich die strategische Handlungsreserve der Nation und nicht der Spielplatz für parteipolitisches Geplänkel.

Vizeleutnant Othmar Wohlkönig,

Präsident der Österreichischen Unteroffiziersgesellschaft

Grundwehrdienst und
Miliz attraktiver machen

Unter dem Motto "Miliz neu denken!" präsentierte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner das Investitionspaket der Miliz für die nächsten drei Jahre in der Höhe von 200 Millionen Euro. Was noch fehlt, sind Verbesserungen im Grundwehrdienst und gesetzlich geregelte Truppenübungen für Milizsoldaten.

In fast allen Bereichen ist der Mensch der entscheidende Faktor. Nicht anders ist es beim Militär und daher ist der Grundwehrdienst attraktiv und professionell zu gestalten. Die Voraussetzung für eine einsatzfähige Miliz ist ein effizienter Grundwehrdienst. Natürlich sollte die Leistung für die Gesellschaft mit einem angemessenen Sold abgegolten werden.

Oberst iR Kurt Gärtner,

4600 Wels