Zum Gastkommentar von
Muamer Becirovic, 7. Juli

Österreich vergisst
seine eigene Geschichte

Der Beitrag von Muamer Becirovic ist hervorragend. Die Kritik, dass mit den historischen Materialien schlecht umgegangen wird, stimmt leider. Das geschichtliche Wissen vieler Absolventen von Gymnasien ist meiner Erfahrung nach geradezu katastrophal: Etliche wissen nicht, wer der im Artikel zitierte Graf Kaunitz, etliche nicht einmal, wer Fürst Metternich war. Selbiges gilt auch für die Literatur: Grillparzer, Nestroy, Raimund sind, wohl auch aufgrund der Theaterspielpläne, bekannt - aber wer Stifter, Rosegger, Ebner-Eschenbach waren, ist offenbar vielen nicht geläufig.

Es stimmt leider - wie im Artikel angesprochen -, dass die heranwachsende politische Kaste viel mehr die technischen Mechanismen der Gesellschaft lernt als die geistigen. Die Ursache der Misere liegt an einer Reihe unseliger Unterrichts- und Bildungsminister.

Dr. Gerhard Eberstaller,

1030 Wien

Der Arbeitsmarkt verträgt keine Zuwanderung

Coronabedingt hat Österreich rund 900.000 Menschen in Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit. Auch die Signale der Wirtschaft sind nicht gerade positiv, in vielen Bereichen drohen Stellenabbau oder Aufnahmestopp. Was das Land in den nächsten Jahren deshalb sicher nicht benötigt, ist Zuwanderung im bisherigen Ausmaß.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien

Lehrlinge abzuschieben ist auch wirtschaftlich falsch

Asylsuchende Jugendliche werden abgeschoben, nachdem ihnen der Staat und die Wirtschaft die Ausbildung bezahlt haben. Ja, geht’s denn noch? Ein junger, fertig ausgebildeter Afghane soll gleich nach seinem Lehrabschluss abgeschoben werden! Rudolf Anschober hat die ÖVP zu Recht gedrängt, hier eine Kehrtwendung in ihrer wahrlich unchristlichen Politik zu machen. Wenn schon moralische Werte nicht relevant sind, sollten wenigstens jene Aspekte beachtet werden, die den Beitrag der Steuerzahler/innen betreffen.

Peter E. Drechsler,

6900 Bregenz