Zum Artikel von Martin Tschiderer, 27. August

Wem die Steuerreform
am meisten nützt

In einem so klassenkämpferischen Artikel sollte man auf zwei Aspekte nicht vergessen. Erstens sollte man die Auswirkungen auf die drei Fünftel zwischen den bestverdienenden und untersten Haushalten nicht unter den Tisch fallen lassen. Und fairerweise solle man die Einsparungen der einzelnen Fünftel nicht nur als absolute Zahl, sondern auch in einem Prozentsatz zur Steuerleistung darstellen.

Ferdinand Klementer,

1230 Wien

Zum Gastkommentar von
Erhard Fürst, 22. August

Unsolidarische Prämien
für AUA-Manager

Erhard Fürst verweist auf die Rechtsgrundlagen betreffend die Auszahlung von Boni an AUA-Führungskräfte. Es ist völlig außer Frage, dass in einem Rechtsstaat bestehende Verträge einzuhalten sind. Kritiker sehen hier mangelnde "Moral". Mir scheint, dass in diesem Zusammenhang das Wort "Solidarität" wesentlich besser passen würde. Man muss kein Gewerkschafter sein, um in Zeiten der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Maßnahmen Unterstützung der Besserverdienenden und gut Abgesicherten für die weniger Glücklichen einzufordern. Das ist keine Frage der Moral, sondern der (Mit-)Menschlichkeit.

Veronika Schmidt,

1230 Wien

Säumigkeit bei
Refundierungen

Nicht nur der Umstand, dass die AUA mit Steuergeld gerettet wurde, macht die Boni-Zahlungen zu einer unguten und fragwürdigen Maßnahme, auch wenn sie rechtlich korrekt gewesen sein mögen. Da ist auch die Tatsache, dass die AUA das Geld für sehr viele stornierte Flüge noch nicht refundiert hat, wozu sie rechtlich verpflichtet ist. Viele Fluggäste warten seit Monaten auf das ihnen zustehende Geld. Wer geglaubt hat, die Staatshilfe werde genützt, um die Rechtsansprüche der Kunden zu befriedigen, muss hören, dass stattdessen die Manager ausbezahlt werden. Das ist ein Skandal.

Dr. Stefan Malfèr,

1140 Wien