Zum Gastkommentar von
Raimund Wagner, 2. September

E-Mobilität ist kein Ersatz
für Verbrennungsmotoren

Wenn Raimund Wagner bezweifelt, dass auch heute noch ein gewaltiger Innovationsdruck in der Automobilindustrie vorhanden ist, dann ist das schlicht und einfach falsch. Am besten lässt sich das durch moderne Verbrennungsmotoren beweisen, etwa den neuen M254 mit Startergenerator von Mercedes oder den neuen Mazda-CX30.

Herr Wagner behauptet, E-Mobile hätten eine höhere Zuverlässigkeit und Sicherheit als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Er begründet dies damit, dass es "länger dauert", bis bei einem Frontalcrash die "Gefahr" in dem Fahrgastraum ankommt. Die Praxis zeigt, dass dies nicht so ist.

Herr Wagner vertritt weiters die Ansicht, dass E-Mobile niedrigere Gesamtkosten als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren hätten. Ihm schweben als Lebensfahrleistung zwei Millionen Kilometer vor. Bei der heutigen durchschnittlichen Jahresfahrleistung käme er so auf eine Lebensdauer von hundert Jahren. Solche Gedankenspielereien sind natürlich unsinnig. Ebenso unsinnig sind die Aussagen betreffend Gesamtkosten pro gefahrenem Kilometer. Die Verkaufserfolge betreffend E-Mobile sind so gering, dass der Staat einspringen musste, um mit Prämien wenigstens minimale Verkaufszahlen zu erreichen.

Erstaunlich ist auch diese Aussage: "Wenn wir zukünftig die Verbrenner noch besser herstellen können, aber diese niemand kauft, dann haben wir erst recht ein Problem." Wenn jetzt schon die E-Mobile kaum eine Konkurrenz für die mit Verbrennungsmotoren ausgestatteten Fahrzeuge darstellen und selbst beträchtliche staatliche Zuschüsse nicht helfen, wer wird dann ein solches Fahrzeug kaufen, wenn dazu die Verbrenner noch besser werden?

Daher meine Empfehlung: Kaufen Sie das seit hundert Jahren bewährte und ständig verbesserte und auch in Zukunft noch weiter verbesserte mit Verbrennungsmotoren ausgestattete Fahrzeug - also Top statt Flop!

em. Univ.-Prof. Hans Peter Lenz, em. Vorstand des Instituts für
Verbrennungskraftmaschinen und Kraftfahrzeugbau der TU Wien

Hausverstand ist leider
nicht selbstverständlich

Als Strategie der Regierung in der aktuellen Corona-Situation rangiert die Einforderung des "Hausverstands" ganz oben. Das ist grundsätzlich in Ordnung, nur was ist mit den Mitbürgerinnen und Mitbürgern, die zu wenig oder gar keinen Hausverstand haben? In den Wiener Öffis, wo zwar die Maskenpflicht im Wesentlichen eingehalten wird, entdeckt man immer mehr Personen, die den Mund-Nasen-Schutz nur als Mundschutz verwenden - die Nase bleibt frei. Dass das genauso wirkt wie keine Maske, geht diesen Personen offenbar nicht ein.

Übrigens: Handytelefonate, die ja bekanntlich immer und überall absolut notwendig sind, können auch mit Mund-Nasen-Schutz getätigt werden!

Günter Braun,

1020 Wien

Kassenordinationen waren auch im Lockdown aktiv

Sehr geehrter Herr Gesundheitsminister Anschober,

Ihre Schelte für die ärztlichen Kassenordinationen hat mich persönlich tief getroffen, und ebenso geht es den Kassenärzten und -ärztinnen und deren Ordinationsassistentinnen. Ich arbeite seit 32 Jahren als Assistentin - ein schlecht bezahlter Berufsstand, wie vielleicht auch Ihnen bekannt ist. Während der gesamten bisherigen Covid-19-Krise war unsere Ordination geöffnet, mit Ausnahme einer kurzen angeordneten Quarantänephase wegen Aufenthaltes in einem Risikogebiet.

Wir wussten zu Anfang nicht, wie groß unser Risiko war, hatten praktisch kein Schutzmaterial und waren mit Aufklärung und Beruhigung der Patientinnen und Patienten beschäftigt. Notfälle und Schwangere wurden ohne Einschränkungen behandelt. Die übrige Zeit verging mit der "Jagd" nach Schutzmaterial. Handschuhe und Desinfektionsmittel wurden in überdurchschnittlichem Maß gebraucht: Das Material wurde auf Kosten des ordinationsführenden Arztes angeschafft, ohne dass dafür eine Abgeltung vonseiten des Staates, der Österreichischen Gesundheitskasse oder der Ärztekammer geleistet wurde.

Während im Lockdown viele mit Brotbacken und Aufräumen ihrer Wohnungen beschäftigt waren, arbeiteten wir fieberhaft an der Aufrechterhaltung des Ordinationsbetriebes. Wie viele Systemerhalter wurden bis jetzt öffentlichkeitswirksam zu Recht gelobt? Nicht so das Gesundheitspersonal des niedergelassenen Bereichs. Ärztebashing ist halt allemal medienwirksamer. Und Sie wundern sich noch, dass unter diesen Umständen niemand mehr Kassenarzt werden will?

Elisabeth Schlögl,

1030 Wien