In Österreich ist man zur
Hilfe für Flüchtlinge bereit

Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen plädiert für die Aufnahme von Flüchtlingen aus dem abgebrannten Lager Moria. Viele Städte und Gemeinden wollen dies tatsächlich tun, doch die türkise Regierungsmehrheit blockt stur und unbarmherzig ab. Speziell der Außen- und der Innenminister liefern dazu ein erbärmliches Schauspiel. Sie sollten darüber nachdenken, ob ihre Kinder jemals Hilfe von auswärts benötigen werden.

Dr. Heinz Högelsberger,

1190 Wien

Das Lager Moria war
ein Ort ohne Hoffnung

Bundeskanzler Sebastian Kurz stellt sich allen Ernstes vor, die Flüchtlinge in Moria, inmitten ihres abgebrannten Lagers, wären mit einem neuen Lager am gleichen Platz zufrieden. Daher will er ihnen dorthin neue Zelte und Decken schicken. Er will nicht sehen, dass die Insassen verständlicherweise ihr Lager angezündet haben, in der Hoffnung, so ihrer unerträglichen Situation zu entkommen. Denn im Lager sehen sie keine Zukunft. Was sollen sie dann mit neuen Zelten, die ihre Situation perpetuieren würden?

Die Blauen reden vom "Pull-Faktor", den ein leeres Lager auf neue Flüchtlinge ausüben würde. Aber weitere Flüchtlinge kommen ganz unabhängig davon übers Meer. Der "Pull-Faktor" dient nur der Gewissensberuhigung, "warum wir leider keine Flüchtlinge aufnehmen dürfen".

D.I. Ewald Pangratz,

1130 Wien

Flüchtlinge in aller Welt brauchen rasch Unterkünfte

Viele werden sich daran erinnern, wie erstaunt sie waren, in welcher Geschwindigkeit in China, danach ebenso schnell in Spanien, sehr große Unterkünfte aufgestellt wurden, um darin Massen von Corona-Infizierten unterbringen zu können. Es muss doch möglich sein, dass sich die human gesinnten Staatslenker der EU wenigstens dahingehend einigen, solche Bauten für die bedauernswerten Flüchtlinge in Griechenland, Syrien und an anderen Schreckensorten zu errichten! Nebenher sollten spürbare Maßnahmen gegen alle sich weigernden EU-Staaten verhängt werden.

Hans Gamliel,

CH-9400 Rorschach

Moralische Werte müssen
auch umgesetzt werden

Wir Europäer haben jahrelang bei der Überlastung der griechischen Inseln mit Flüchtlingen zugeschaut. Die Bilder waren entsetzlich. Trotz des Stolzes auf unsere Werte haben wir nichts getan. Moralisch sind wir unfähig! Und dann kommt ein Minister eines Kleinstaates mit großen Sprüchen. Er hätte wahrscheinlich als Gast in dieser Situation nach drei Tagen randaliert oder sich umgebracht. Mehr Mut, gemäß unseren Werten zu leben und zu handeln, ist erforderlich!

Bernd Stanzel, Anna Kaltenböck,

1070 Wien

Zum Leitartikel von Walter
Hämmerle, 10. September

Massenmigration dürfen die EU-Staaten nicht zulassen

Jetzt dem Migrationsdruck nachzugeben, wäre kontraproduktiv. Gemeinsam mit einem Verteilungsmodus würde das zu einem gefährlichen und für Europa ruinösen Automatismus führen und die Sozialsysteme bis zu deren Zusammenbruch strapazieren.

Letztlich sind gegen jede Form der Massenmigration rechtzeitig Widerstandslinien zu ziehen, weil sonst ein nicht enden wollender Migrationsfluss entsteht, und es ist die moralische Verpflichtung jedes Staates seinen Bürgern gegenüber, die nicht notwendige, unerwünschte und illegale Migration durch Grenzschutz zu unterbinden. Wenn man solche Entwicklungen zulässt, weil man "ohnehin nichts ändern kann", wäre das so, wie wenn man Menschen rät, Häuser und Wohnungen offenzulassen, weil Einbrüche ohnehin nicht zu verhindern sind und dann wenigstens Türen und Fenster nicht beschädigt werden.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien

Zur Kolumne von Robert
Sedlaczek, 9. September

Welches grammatische Geschlecht hat ein Virus?

Ich fühle mich geehrt, dass Herr Dr. Sedlaczek meinen Vorabruck - das Buch hat noch keinen Verlag gefunden - aufgreift. Das ist fein, pippifein. Ich folge ihm auf der ganzen Länge bis zum Satz: "Daher sei ‚der Virus‘ ein Austriazismus."

Faktum ist, dass "der Virus" auch im Österreichischen Hochdeutsch breitere Verwendung finden hätte können, nicht nur in der Umgangssprache. In den Dialekten ist "der" ja ohnehin einzementiert. Ich wäre dafür gewesen, das Maskulinum zu kodifizieren - Dr. Sedlaczek, aus durchaus nachvollziehbaren Gründen, nicht.

Der ORF hat hier den stärksten Trumpf und teilte seine Meinung. Ich sage: Eine vertane Chance. Was ich getan habe, ist aufzuzeigen, dass "der Virus" auch im Standard in Österreich nicht falsch ist. Mir geht’s darum, sich im Standard nicht total verstellen zu müssen. Warum? Erlaubt man den Menschen Identitätsindikatoren im Hochdeutschen, lebt es sich besser.

Prof. Dr. Stefan Dollinger, M.A., Victoria, Kanada