Zum Artikel von Petra Tempfer,
25. September

Zur Diskussion über das
Verbot aktiver Sterbehilfe

Der Jammer ist, dass über Sterbehilfe Leute urteilen, die selbst (noch) nicht davon betroffen sind. Dass sie auch einmal in diese Situation kommen könnten, dieser Gedanke wird verdrängt.

In "Gullivers Reisen" von Jonathan Swift wird im 3. Teil, Kapitel 10 über die Reise nach Luggnagg beschrieben, wie die Geburt von Unsterblichen ("Struldbrugs") als Unglück empfunden wird. Diese Unsterblichen sind durch ein Mal über der Augenbraue erkennbar. Swift schildert eindrucksvoll das Unheil, welches dadurch entsteht, nicht sterben zu können: Die Leute bleiben ja nicht jung, sondern sie altern. Diese Geschichte sollte eine Pflichtlektüre für alle sein.

Peter Jürß,

1160 Wien

Zum Gastkommentar von Rosina Baumgartner, 24. September

Behutsame Regeln zum Ausklang des Lebens

Nirgends kann Missbrauch ausgeschlossen, aber er sollte so weit wie möglich durch Gesetze eingeschränkt werden. Die angeführte Statistik sagt lediglich aus, dass die Zahl der Sterbefälle in 20 Jahren um 31 Prozent gestiegen ist: Sie sagt nichts über die Gründe derjenigen, die die Sterbehilfe in Anspruch genommen haben. Und ja, auch Kinder können unheilbar krank sein und unerträgliche Schmerzen haben.

Meines Erachtens sollte es Ziel der Politik sein, beide Schienen zu fahren: einerseits die Palliativmedizin und Betreuung auszubauen, andererseits aber den Menschen die Freiheit, sterben zu wollen, zurückzugeben.

Otto Diendorfer,

4150 Rohrbach-Berg

Zum Interview von Daniel Bischof, 19. September

Die Zukunft des Rechtspopulismus

Für die FPÖ gibt es derzeit keine Existenzgrundlage: Ihre wichtigsten Themen werden ja von der ÖVP (wenn auch mit zivilisierteren Umgangsformen) be- und umgesetzt. Dadurch tritt für die FPÖ die eigenartige Situation ein, dass sie bei Wahlen verliert, ideologisch aber gewinnt. Der Rechtspopulismus setzt sich also in der Mitte unserer Gesellschaft fest.

Schon jetzt sieht man, wie Corona die sozialen Gegensätze verschärft. Weiten Kreisen der Bevölkerung droht die Verarmung. Wird auf die Corona-Krise mit den altbekannten Sparmaßnahmen im Sozialbereich geantwortet, so werden die vielen Leidtragenden wohl ihre eigenen Schlussfolgerungen daraus ziehen. Das bedeutet dann verstärkten Zulauf zu den "klassischen" rechtsextremen und undemokratischen Parteien.

Dr. Heinz Högelsberger,

1190 Wien

Zum Gastkommentar von
Franz Schausberger, 19. September

Flüchtlinge aus
dem Lager Moria

Ist es Symbolpolitik, unbegleitete Jugendliche aus Moria zu übernehmen? Oder eher, in Moria Politiker Reden halten zu lassen, die nichts bewirken? Im gleichen Absatz kommen übrigens wieder "gewalttätige Migranten" vor. Das Wort "gewalttätig" soll wohl Assoziationen an Jugendbanden, die wir hier nicht haben wollen, wecken.

Auf das zentrale Problem, die grausame Hoffnungslosigkeit im Lager Moria, geht Professor Franz Schausberger aber gar nicht ein. Das besteht, auch mit neuen Zelten, weiter. In Tirol (ÖVP-Kernland!) wurde für die Aufnahme von Jugendlichen demonstriert.

D.I. Ewald Pangratz,

1130 Wien

Flüchtlingsströme in viel größeren Dimensionen

Seit jeher versuchen Menschen, einem ungeliebten Zustand zu entkommen, indem sie einen Brand legen, auch die österreichische Justiz kennt solche Fälle. Niemals aber werden sie danach dafür noch belohnt.

Einer Grafik in der "Wiener Zeitung" vom 15. September entnehme ich, dass 23 Prozent der nach Europa Wollenden in den griechischen Lagern aus Pakistan kommen. Ein Land, in dem niemand verfolgt wird und das sich Atomwaffen leisten kann, schickt uns seine Bedürftigen. Laut einer Unterorganisation der UNO wollen rund 200 Millionen Afrikaner nach Europa - es ist lächerlich, wenn die EU-Bürokraten der Bevölkerung einreden, es ginge lediglich um 20.000 Menschen.

Manfred Köppl,

2500 Baden

Keine Besserung der
Lage für Flüchtlinge

Die Soforthilfe wurde erhöht, aber der menschenverachtende Umgang mit der Flüchtlingsnot geht weiter! Weiterhin sollen alle neu angekommenen Flüchtlinge am Rande der EU vegetieren müssen, ohne Chance, ein neues Leben aufbauen zu können. Und wie bisher werden die aus dem Meer Geretteten in Lager gestopft. Nur mit immer aufwendigerer, hochriskanter Schlepperhilfe können Menschen in Not zu uns gelangen und werden zum Teil hier zermalmt. Beispiel: Eine syrisch-kurdische Familie erhält nach vier(!) Jahren die Ablehnung ihres Asylantrags. Was sollen die jetzt tun?

Karl Helmreich,
2552 Hirtenberg

Neue Hubschrauber
für das Bundesheer

Im Rahmen einer Partnerschaft mit Italien werden die bereits in die Jahre gekommen Alouette 3 durch moderne, auf dem Stand der Technik befindliche AW169M ersetzt. Somit wird es zukünftig möglich sein, internationalen Trends folgend, die Einsatz- und Ausbildungsaufgaben noch näher zusammenzurücken, dabei alle erforderlichen Einsatzspektren qualitativ hochwertig abzudecken und letztendlich auch wesentlich kürzer und somit kosteneffizienter auszubilden. Mit diesen neuen Hubschraubern und einem starken, potenten Partner im Rücken kann nachhaltig ein wesentlicher Beitrag zur Sicherheit Österreichs geleistet werden.

Ing. Mag. (FH) Reinhard Kraft, Oberst des Generalstabsdienstes