Keine echte Hilfe für die Flüchtlinge auf Lesbos

Österreich hat der EU gezeigt, wie man es genau nicht machen soll. Österreich hat ein ineffizientes Spektakel inszeniert: 55 Tonnen Hilfsgüter sind in Griechenland versandet - gebunkert in Athen! Angekommen ist im ehemaligen Lager Moria auf Lesbos bis dato noch nichts.

Eine Flugstunde mit einer russischen Antonow soll 30.000 Euro kosten. Geschätzte zwei Stunden hin, zwei retour, sind das 120.000 Euro nur an Transportkosten. Was Österreich gespendet hat - Zelte, Decken, Feldbetten aus Heeresbeständen und so weiter - gibt es in Griechenland ausreichend zu kaufen. Effizienter wäre es gewesen, Österreich hätte die Caritas mit der Güterlieferung betraut oder den Gegenwert in Geld gespendet.

So bleibt der schale Geschmack zurück, dass es sich nur um eine PR-Aktion des Innenministers Karl Nehammer handelte. Hilfe schaut wohl anders aus.

Dr. Wolfgang Rainer,

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Aufnahme in ein Spital ist keine "Hospitalisierung"

Seit Tagen fällt mir auf, dass einige Redakteure "Sprachschöpfungen" unserer Politiker unreflektiert übernehmen. Ganz besonders fällt mir das bei den "hospitalisierten" Corona-Kranken auf.

Wegen Corona in ein Spital aufgenommen zu werden, setzt keinesfalls auch eine "Hospitalisierung" voraus. Es handelt sich hier um einen Begriff, der in der Psychologie und Psychiatrie Verwendung findet und auf ein psychisches Problem hindeutet. Dies trifft bei Corona aber sicher nur auf einen kleinen Teil der Erkrankten zu. Ich hatte in meiner beruflichen Tätigkeit für die Wiener Jugendwohlfahrt viel mit "hospitalisierten" Kindern und Jugendlichen zu tun, die ihr Leiden aber auf keinen Spitalsaufenthalt zurückgeführt hatten.

OAR Hans Slanec,

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