Zum Gastkommentar von
Thomas M. Eppinger, 6. Oktober

Der Staat Israel und
die Palästinenser

Hat Herr Eppinger je Israel und Palästina besucht? Ist er je bei einer der vielen Grenzschleusen gestanden und hat den Umgang der jungen Soldaten mit den Palästinensern beobachtet? Ich habe junge jüdische Israelis getroffen, die so betroffen von der israelischen Politik sind, dass sie gewaltfrei agierende palästinensische Kommunen wie zum Beispiel Susiya unterstützen. Herr Eppinger sollte einmal Österreicher von "EAPPI" treffen, die in Hebron oder anderen palästinensischen Orten Kinder auf dem Schulweg oder Erwachsene bei der Ernte vor jüdischen Siedlern schützen.

Die palästinensische Regierung mag geringe Fähigkeiten haben. Das ändert nichts an der Tatsache, dass Kritik an Israel sehr wohl berechtigt ist und nicht als Antisemitismus abgetan werden kann.

Dr. Gerda Huber,

4060 Leonding

Ein jüdischer und ein palästinensischer Staat

Thomas M. Eppinger ist absolut zuzustimmen: "Es ist höchste Zeit zum Umdenken." Im Gegensatz zu ihm meine ich allerdings die offizielle Politik Israels, welche die - vollauf berechtigte - Abscheu und Verurteilung jeglicher Art des Antisemitismus als Legitimation ihrer Politik der Schaffung eines "jüdischen Staates" (dieser Ausdruck stammt aus der Unabhängigkeitserklärung Israels vom 14. Mai 1948) missbraucht.

Diese Politik missachtet - im Gegensatz zu Völkerrecht und zahllosen UN-Beschlüssen - das Recht des palästinensischen Volkes auf die Schaffung eines eigenen Staats. Durch militärische Gewalt wurde Schritt für Schritt Territorium erobert und besetzt und ein Unrechtssystem à la Apartheid etabliert. Diese Politik wurde von der internationalen Staatengemeinschaft wiederholt verurteilt, von Israel aber unbeirrt fortgesetzt. Ein beträchtlicher Teil des israelischen Establishments verfolgt das Ziel "Eretz Israel" vom Mittelmeer bis zum Jordan. Hier ist ein Umdenken erforderlich!

Fritz Edlinger,

Gesellschaft für Österreichisch-Arabische Beziehungen

Corona-Krise als Chance für umstrittene Technologien

In Singapur boomt wegen der Corona-Krise der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Beispiele gefällig? Roboterhunde auf öffentlichen Plätzen: Erspäht der Roboterhund Parkbesucher, die zu eng zusammenstehen, läuft er auf sie zu und erinnert sie an die Regeln. Roboter transportieren Einkäufe aus Supermärkten zum Kunden nach Hause, sie rollen über Bürgersteige und fordern zum Daheimbleiben auf. Neue Techniken, die in normalen Zeiten kaum akzeptiert würden, bekämen nun ihre große Chance, sagt Martin Ford, Autor des Buches "Aufstieg der Roboter - Wie unsere Arbeitswelt gerade auf den Kopf gestellt wird". Wir brauchen 5G also nicht nur für selbstfahrende Autos und denkende Kühlschränke.

Walter Koren,

4560 Kirchdorf