Zum Artikel vom 13. Oktober

Das Vorgehen bei einem Covid-Fall in einer Schule

Ich als Schülerin einer AHS-Oberstufe war direkt mit den Auswirkungen einer Infektion eines Mitschülers konfrontiert und kann der Argumentation dieses Artikels in puncto Voreiligkeit und Panikmache bei einer Erkrankung eines Schülers nur voll und ganz zustimmen.

Der Experte Ernst Eber erläutert, dass eine sofortige Schließung von Schulen mit wenigen Infizierten eine äußerst voreilige und panische Maßnahme ist. Die Schulinfektionsrate liege nämlich laut der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie nur bei einem halben Prozent. Trotzdem reagieren manche Schulen ziemlich heftig bei nur wenigen positiven Fällen und schließen sofort die gesamte Bildungseinrichtung.

Wie der Pneumologe Ernst Eber weiter ausführt, ist nach einer Infektion eines Schülers eine möglichst rasche Vorgehensweise bei der Kontaktidentifizierung und beim Testen der Mitschüler essenziell, denn nur so können weitere Ansteckungen noch nachverfolgt werden und somit Cluster-Bildungen verhindert werden.

Diese Vorgangsweise wurde jedoch im Fall meiner Klasse nicht gewährleistet. Mehrere Mitschüler und Mitschülerinnen hielten sich nach dem Kontakt mit der infizierten Person noch tagelang im Schulgebäude auf. Sie waren zwar hauptsächlich Kontaktpersonen zweiten Grades, trotzdem sehe ich es als absolut unverständlich und verantwortungslos an, dass diese Personen sich tagelang ohne Test im Schulgebäude aufhalten durften. Auch bei einwandfreier Einhaltung der Corona-Regeln in der Klasse ist das Risiko einer Übertragung einfach viel zu hoch.

Carmen Engele,

per E-Mail

Zum Gastkommentar von
Kurt Bauer, 15. Oktober

Karl Luegers Verdienste
als Wiener Bürgermeister

Zu dem interessanten Gastkommentar von Kurt Bauer sind einige weitere Verdienste Karl Luegers neben der erwähnten Zweiten Wiener Hochquellenwasserleitung im Jahr 1910 zu ergänzen:

1905: Einführung der Widmung "Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel" (SWW), durch welche weite Teile des Wienerwaldes (auch die Lobau) bis heute vor einer Erweiterung der Bebauung verschont blieben.

1907: Kauf des Gutes Cobenzl (135 Hektar), welches bereits mit Bauland-Widmung bedroht war, und Eingliederung in das Schutzgebiet SWW (mit strengstem Bebauungsverbot, außer für Erholungszwecke dienlich).

Dies nur zur Ernüchterung vor dem jetzt so modischen Zeitgeist der einseitigen "Vergangenheitsbewältigung".

Gottfried Haubenberger,

per E-Mail