Zur Kolumne von
Christian Ortner, 16. Oktober

Der Schaden bei ungleicher Verteilung von Vermögen

Christian Ortner meint, dass man durch ein entsprechendes ökonomisches Umfeld möglichst vielen die Chance zu Reichtum geben sollte. Leider erklärt er nicht, wie die auszusehen hat. Allerdings ist es zwischen den Zeilen zu lesen: Der Markt wird es richten.

Mitnichten tut er das. Denn jene, deren Existenz vom Marktgeschehen abhängig ist, zahlen in einem unregulierten Markt am meisten drauf. Ungleiche Vermögensverteilung ist in jedem Fall schädlich, denn sie produziert Neid- und Hassgefühle, die Gesellschaften spalten können und ihre Verlierer in die Hände radikaler Parteien treibt. Daher muss es die politische Zielsetzung sein, entsprechend ausgleichend zu wirken. Es sollte gelten: Wer viel hat, muss viel zum Sozialbudget beitragen, wer wenig oder nichts hat, darf davon profitieren.

Otto Diendorfer,

4150 Rohrbach-Berg

Neues Denken im globalen
und digitalen Zeitalter

Ich arbeite seit 15 Jahren im Verein "Initiative Zivilgesellschaft" und habe die Erkenntnis gewonnen, dass Teile der modernen Gesellschaft zwar bis heute (besser: bis 1970 oder 1980) mit dem "Geist der Aufklärung" ganz gut durchgekommen sind, dass sie aber mit der Globalisierungs- und Digitalisierungsproblematik im 21. Jahrhundert das Aufrüsten ihrer Kultur grob verabsäumt haben. Sicher, die drei Grundwerte der Aufklärung "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" haben nicht ausgedient, aber sie müssen dringend mit der Perspektive auf neue Möglichkeiten ergänzt werden; so sollte man jetzt etwa Brüderlichkeit durch "Nachhaltigkeit" ersetzen.

Viele Konzepte und Projekte aus dem Kreis der initiativen Zivilgesellschaft deuten darauf hin, dass wir zwar an Verständnis füreinander gewinnen, dass wir es aber noch nicht gut verstanden haben, es als unsere gemeinsame Aufgabe zu sehen, um Verständnis zu werben.

"Wer den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr versteht, der muss zum Förster des neuen Denkens werden." Schaffen wir also Vielfalt in der Einheit! Sehen wir wieder den Wald in seiner großartigen Vielfalt! Werden wir zu "Förstern des neuen Denkens"!

Ilse Kleinschuster,

per E-Mail