Das Experiment eines teilweisen Lockdowns

Die Regierung setzt eine harte Maßnahme. Natürlich gibt es viel Kritik daran, weil manche glauben, man müsste anders handeln. Aber wie? Im Endeffekt weiß keiner wirklich, was das Beste wäre.

Also versucht die Regierung, in den Freizeitbereich massiv einzugreifen, in der Annahme, dass vor allem dort die Verbreitung des
Virus vor sich geht. Den Wirtschaftsbereich will man, soweit es möglich ist, weiter laufen lassen. Allerdings mit Ausnahme des Gastronomie- und des Tourismusbereichs, weil man annimmt, dass auch da das Virus weitergegeben wird. Das Ganze ist ein Versuch. Aber manches spricht dafür, dass die Annahmen richtig sind.

Ja, was soll man sonst tun? Warten wir ab, ob der erwartete positive Effekt eintritt! Natürlich hängt der Erfolg des Experiments davon ab, ob die Maßnahmen in der Praxis auch umgesetzt werden und ob erforderlichenfalls auch die Exekutive tätig wird.

Peter F. Lang,

per E-Mail

Ein Alkoholverbot, statt die Gastronomie zu sperren

Was ich nicht begriffen habe: Seit Monaten moniert man die Feiern allerorten, jetzt wird die Gastronomie gänzlich geschlossen. Dabei wäre doch der einfachste Weg gewesen, ein generelles Alkoholausschankverbot zu erlassen (und zwar schon vor mindestens einem Monat!), denn wohl niemand hätte sich nächtens dem Trunk mit Apfelsaft und Limo ergeben.

Das hätte nicht nur gesundheitliche Vorteile, sondern die Abstandsregeln hätten eine normale Speiseausgabe zugelassen, kein Gasthaus (außer Nachtlokale) hätte den Betrieb einstellen müssen. Ich glaube, dass der Effekt dem jetzigen Lockdown fast ebenbürtig gewesen wäre.

Günther Schützl,

per E-Mail

Die Verantwortung der Opposition in der Krise

In Zeiten von Corona fällt die reflexhafte, schrille, unsachliche und manchmal unverantwortliche Kritik an den Regierenden auf. Keine wie immer geartete Maßnahme ist richtig oder zum richtigen Zeitpunkt gesetzt, ist unverhältnismäßig streng oder zu locker. Was ist der Grund für diese permanenten "Hackeln ins Kreuz"?

Zunächst die reflexhafte Kritik, sie ist allgegenwärtig im politischen Alltag. Wer von der Partei A den Vorschlag X macht, wird von der Partei B die Antwort Y bekommen. Die Kritik beinhaltet oft gute Antworten (ich denke an Pamela Rendi-Wagner), manche in der Opposition verbinden bisweilen schrille Töne mit reflexartiger Kritik (so Beate Meinl-Reisinger). Zuletzt die unsachliche und in Katastrophenzeiten unverantwortliche Kritik. Hier zeichnet sich die FPÖ als wahre Meisterin aus.

Sagen in Katastrophenzeiten nicht unsere Instinkte und Gefühle: Zusammenhalten, zusammenarbeiten, sich gegenseitig unterstützen? Um dem oben Gesagten eine Conclusio zu geben: Wer kritisiert eigentlich die Kritiker?

Mag. Gottfried Zykan,

per E-Mail

Ein leichter Schutz
gegen das Coronavirus

Wird eigentlich an einem virentötenden Kaugummi geforscht? Ist vielleicht banal aber doch naheliegend, oder?

Georg Pichler,

1060 Wien

Nach der Pandemie
eine Sicherheitskrise

Ständig steigende Corona-Infektionszahlen in Europa und weltweit, manche Länder bekommen jetzt schon Probleme mit der medizinischen Betreuung, vor allem gehen Intensivbetten aus: Die Corona-Pandemie zeigt uns, wie die EU beim Krisenmanagement versagt. Keine koordinierenden Maßnahmen, jeder Staat kocht sein eigenes Süppchen.

Mit großer Wahrscheinlichkeit werden nach Ende der Pandemie die globalen wirtschaftlichen Pleiten zu einer neuen Weltordnung führen. Ob diese Veränderung friedlich abläuft oder in Bürgerkriegen und bewaffneten Konflikten endet, hängt von vielen unbekannten Faktoren ab. Die EU sollte auch für solche Entwicklungen gewappnet sein, aber wahrscheinlich wird es dann heißen, dass für die militärische Verteidigung die Nationalstaaten und die Nato zuständig sind.

Die österreichische Regierung ist gut beraten, wenn sie sich auf eine eigene umfassende Landesverteidigung verlässt. Von der EU können wir nur eines erwarten: Für die jetzt schon maroden Staaten wird man uns das letzte Geld aus unseren Taschen ziehen.

Kurt Gärtner,

4600 Wels

Zum Artikel von Daniel Bischof, 28. Oktober

Was der Staat im privaten Wohnbereich tun darf

Der Text ist das Erhellendste, was je zu den den Privatbereich tangierenden Rechtsproblematiken im Kontext mit Corona zu lesen gewesen ist. Die in diesem Beitrag referierten Fakten sollte man verinnerlicht haben, bevor man eine Meinung zu dieser Causa äußert.

Ernst Smole,

1080 Wien

Engpässe beim Impfstoff
gegen Influenza

Wie jedes Jahr wollten wir uns Ende Oktober gegen Grippe impfen lassen. Vor wenigen Monaten sind wir in eine Seniorenwohnanlage übersiedelt und haben uns selbstverständlich für eine Impfung angemeldet.

Vor kurzem mussten wir erfahren, dass sich zwei praktische Ärzte sehr engagieren, den Impfstoff für alle angemeldeten Personen zu erhalten, aber derzeit über keine Termine und fixe Zusagen verfügen würden. Die Nebenwirkungen einer solch hilflosen und unfähigen Politik sind nicht nur unerwünscht, sie sind gefährlich und machen gelegentlich mehr Angst als die Viren.

Mag. Evelyne Kromus-Steininger,

1190 Wien