Eine undichte Stelle bei
den Sicherheitsbehörden

Der eigentliche Skandal im Zusammenhang mit dem Terroranschlag vom 2. November in Wien ist nicht die offenbar träge österreichinterne und bilaterale Behördenkommunikation, sondern der Umstand, dass eine geplante Razzia im Bereich der Islamistenszene an diese verraten und deswegen verschoben worden ist. Dies haben eine Reihe von Medien berichtet als auch hochrangige Sicherheitsorgane eingestanden.

Dass eine derart exponierte und höchster Geheimhaltung unterliegende Maßnahme der Sicherheitsbehörden den Weg in die gewaltbereite islamistische Community gefunden hat, ist dazu geeignet, das Vertrauen in den Staat bis ins Mark zu erschüttern. Dass dieses erschreckende Systemversagen öffentlich nicht stärker thematisiert wird, ist schlichtweg unfassbar.

Ernst Smole,

1080 Wien

Die Justiz und ein
verurteilter Dschihadist

Der Massenmord des Wiener Terroristen hätte vermieden werden können, wenn man in der Justiz mehr Realitätssinn gezeigt hätte. Als könnte man eine tief verwurzelte, religiös gestützte Überzeugung, die auch noch durch Frustration verstärkt wird, durch ein paar Monate "Deradikalisierung" bei einem privaten Verein zum Verschwinden bringen! Überhaupt ist die Entlassung eines Gewalttäters nach einem Drittel der Strafverbüßung unverantwortlich.

Nach der Erfahrung, die man da jetzt machen musste, muss sich künftig in der Justiz bei derartigen Entscheidungen wohl einiges ändern. Nicht Wohlwollen für die Täter ist es, was wir von der Justiz erwarten, sondern eine realistische Einschätzung künftigen Verhaltens bei Begnadigungen und vorzeitigen Entlassungen!

Dr. Peter F. Lang,

per E-Mail

Leserlob für die
"Wiener Zeitung"

Seit Jahrzehnten verfolge ich aufmerksam die Innenpolitik der USA und ich möchte der "Wiener Zeitung" zu der hervorragenden Berichterstattung über dieses Thema gratulieren. Sie ist mit Abstand die beste aller österreichischen Medien. Einer von mehreren Gründen, die "WZ" zu abonnieren.

Dr. Mag. Franz Kotrba,

2352 Gumpoldskirchen

Macht es noch Sinn,
außen vor zu bleiben?

Ich bin wohl der Einzige, der sich über den heutigen öffentlichen Sprachgebrauch ärgert. Wahrscheinlich "macht" es keinen Sinn, die zunehmende Verwendung teils umgangssprachlicher, teils deutschländischer, teils englischer Ausdrücke anzuprangern. Die Temperatur ist eben "frischer" (statt kühler). Nach dem offenkundigen Sieg der Lockdowner über die Shutdowner gibt es in Covid-Zeiten für das Contact Tracing der Superspreader kein Halten mehr. Denglisch ist halt auch im Newsroom in. Kann da meine "Wiener Zeitung" überhaupt noch "außen vor" bleiben?

Dr. Waldemar Baczynski,

1010 Wien