Zum Leitartikel von Judith Belfkih, 17. November

Auffassungsunterschiede
nicht dramatisieren

Judith Belfkih zeigt die unzweifelhaft vorhandene Problematik von Homeschooling auf. Durch ihre Anklage an die Politik wird aber auch überdeutlich, dass es kein Richtig oder Falsch geben kann, weil es immer mehrere Seiten der Betrachtung gibt.

Es wäre schön, wenn wir alle unsere einenden Kräfte mobilisieren könnten. Der Journalismus könnte ebenso wie die Oppositionspolitik durch Wortwahl, Differenzierung und manchmal etwas geringere Dramatik selbst wesentlich dazu beitragen.

Dr. Katharina Prutscher,

per E-Mail

Übertriebene Schließung
der Kultureinrichtungen

Gerade im Kulturbereich wurden bewährte Sicherheits- und Hygienekonzepte umgesetzt. Vorreiter waren die Salzburger Festspiele, die ihr erfolgreiches Präventionskonzept an andere Kulturinstitutionen weitergegeben haben. Man hätte durchaus in eingeschränkter Form weitermachen können.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien

Unfairer Waffenstillstand
im Krieg um Berg-Karabach

Der derzeitige Waffenstillstandsvertrag, welcher der armenischen Seite aufgezwungen wurde, ist unausgewogen, bietet keine Sicherheit für die armenische Bevölkerung und wird voraussichtlich Grund für weitere gewaltsame Eskalationen in naher Zukunft sein.

1. Zahlreiche bestätigte Kriegsverbrechen Aserbaidschans gegen die Armenier sowie die aggressive Rhetorik bestätigen das Ziel, die verbleibenden Gebiete Berg-Karabachs von seiner armenischen Bevölkerung zu säubern.

2. Die erzwungene Übergabe der armenisch besiedelten Gebiete von Berg-Karabach an Aserbaidschan stellt eine Verletzung der international anerkannten Grenzen von Berg-Karabach dar.

3. Die Bedingungen im Vertrag werden unweigerlich zu Gewalt gegen die armenische Bevölkerung führen und die Region für sie unbewohnbar machen.

4. Die erzwungene Bereitstellung eines Korridors zwischen Aserbaidschan und seiner Exklave Nachitschewan ist eine grobe Verletzung der territorialen Integrität der Republik Armenien.

5. Der rechtliche Status und die Sicherung des Latschin-Korridors, der Armenien und Berg-Karabach verbinden soll, sind unklar - auch, ob der freie Personen- und Güterverkehr gewährleistet ist.

6. Das armenische Kulturerbe in Berg-Karabach und der Umgebung - etwa jahrhundertealte Kirchen - müssen international beobachtet und geschützt werden, um den anhaltenden kulturellen Völkermord zu stoppen.

Angesichts der gravierenden Mängel fordern wir die sofortige Neuverhandlung des Vertrages unter Beteiligung ehrlicher Vermittler der OSZE-Minsk-Gruppe. Nur so kann eine Vereinbarung zustande kommen, die für beide Seiten akzeptabel und fair ist.

Europäisch-armenische
Organisationen (Liste der
Redaktion bekannt)