Die Vermittlung
ethischer Werte

Kürzlich wurde im Nationalrat die Einführung eines verpflichtenden Ethikunterrichts für jene Schüler beschlossen, die dem Religionsunterricht fernbleiben.

Fakt ist: Die Vermittlung von Werten soll in der Schule erfolgen (das Elternhaus fällt teilweise aus), denn die großen Fragen des Zusammenlebens in einer multikulturellen Gesellschaft mögen von allen Schülern gemeinsam abgehandelt werden. Mit gemeinsam meine ich Jugendliche aus allen sozialen Schichten, von Areligiösen bis Gläubigen; eine wachsende Gruppe bekennt sich zum Islam. Vorurteile, Gewalt, Würde und Rechte der Menschen sollen von den Schülern gemeinsam diskutiert werden, um eine gute Wertebasis für die Zukunft in einer modernen, postindustriellen Gesellschaft zu schaffen. Um den Philosophen Bertrand Russell zu zitieren: "Die Schulbildung sollte nicht nach einer passiven Kenntnisnahme toter Ereignisse streben, sondern nach einer Aktivität, gerichtet auf die Welt, die unsere Bemühungen schaffen soll."

Wilma Kropf,

per E-Mail

Friedensnobelpreisträger
im Bürgerkrieg

Aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzung am Horn von Afrika stellt sich unweigerlich die Frage, ob das den Friedensnobelpreis verleihende Komitee nicht voreilig gehandelt hat, als es diesen an den äthiopischen Premierminister Abiy Ahmed vergab. Dieser hat es wohl fertig gebracht, eine lange währende kriegerische Auseinandersetzung zu beenden und Frieden zu schaffen. Wie sich nun zeigt, hielt der Frieden nur zwei Jahre, denn man bekriegt einander erneut und heftig. Viele Preisträger vor Abiy Ahmed erhielten die Auszeichnung erst, als sie hochbetagt waren. Manche, die ihn ex aequo verdient hätten, wurden - weshalb, weiß nur das Komitee - übergangen.

Hans Gamliel,

CH-9400 Rorschach

Leserlob für die
"Wiener Zeitung"

Es ist wunderlich, warum die "Wiener Zeitung" nicht so eine Auflage hat wie die "Kronenzeitung". Es kann nur am Papierformat liegen - am eigentlichen Format sicher nicht. Die umfangreichen Abhandlungen im Feuilleton sind Klasse.

Helmut Kovanda,

per E-Mail

Zum Artikel vom 19. November

Islamisch ist nicht
gleich islamistisch

Dass in dem Beitrag "Erhebliche Gefahr durch Dschihad-Rückkehrer" als Zwischentitel die Formulierung "islamisch" anstelle von "islamistisch" als Zuschreibung für religiös motivierten Terror verwendet wird, schmerzt mich als aufmerksamen Leser und Sprachbeobachter. Umso mehr, als der genannte "Sicherheitsbericht 2019" an elf Textstellen konsequent die langjährige, weltweite Konvention von "islamistisch" motiviertem Terror konnotiert.

Das bedeutet sprachlich eine eindeutige Markierung und unterscheidet auch klar zwischen islamischen Gläubigen und Würdenträgern auf der einen und religiös motivierten Extremisten auf der anderen Seite.

Johannes Seitner,

1050 Wien