Zum Gastkommentar von
Nikolaus Jilch, 28. November

Keine Öffnung der
Geschäfte am Sonntag

Ich muss als langjähriger Kleinunternehmer eine Lanze für einen für viele Menschen arbeitsfreien Tag in der Woche brechen. Mich wundert es, dass die Öffnung aller Geschäfte an Sonn- und Feiertagen meist von Menschen gefordert wird, die davon weder als Arbeitgeber noch als Arbeitnehmer betroffen wären. Und wer glaubt, mit der Sonntagsöffnung könnte man Amazon & Co. Marktanteile wegnehmen, verkennt - so befürchte ich - die Realität.

Christian Hlavac,

1190 Wien

Lebensqualität hängt
nicht am Einkaufen

Es geht nicht nur um zwei Sonntage vor Weihnachten, sondern darum, dass ein Teil des Handels bei jeder Gelegenheit für die Abschaffung der geregelten Ladenöffnungszeiten eintritt. Angeblich würden so Jobs geschaffen, während geregelte Öffnungszeiten Jobs vernichten würden.

Erstens würden keine Jobs geschaffen, sie würden nur umverteilt. Durch die Freigabe der Öffnungszeiten haben die Menschen nicht um einen Euro mehr Geld: Es würde nicht mehr Umsatz geben, er wäre nur anders gestreut. Und dass viele schon jetzt am Sonntag arbeiten, ist kein Argument: Diese Systemerhalter sind eine kleine Gruppe, und sie bekommen Zulagen bezahlt.

Zweitens wollen die allermeisten die Sonntagsöffnung nicht. Es ist gut, dass es Tag und Nacht gibt. Es ist gut, dass es Arbeit und Urlaub gibt. Die Menschen wollen diese Strukturierung, und das ist gut so. Es geht nicht um den von Nikolaus Jilch süffisant "heilig" genannten Sonntag. Es geht um eine gesellschaftliche Kultur von ruhigen Rhythmen, die guttun und Lebensqualität erzeugen. Es ist keine Lebensqualität, jederzeit einkaufen zu können.

Stefan Malfèr,

per E-Mail