Zum Gastkommentar von
Bernd Marin, 1. Dezember

Physische, aber keine
"soziale Distanzierung"

Ich danke Bernd Marin, der ausgezeichnet formuliert hat, was in meinem Freundeskreis schon länger diskutiert wird. Die Regierung und die Medien widersprechen sich mit diesem Ausdruck laufend selbst, wenn sie gleichzeitig Aufrufe schalten, wie man sich um andere kümmern soll. Wer kann die Regierungsmitglieder dazu bringen, in Zukunft soziale und körperliche Nähe beziehungsweise Entfernung anders zu kommunizieren? Ich hoffe, dass sich zumindest Journalisten den Text von Bernd Marin zu Herzen nehmen.

Dr. Gerda Huber,

4060 Leonding

Friedensnobelpreisträger
mit nicht mehr weißer Weste

Auch Träger des Friedensnobelpreises, wenn sie an der Macht sind, werden oft von der Realpolitik eingeholt:

Aung San Suu Kyi ist eine Politikerin in Myanmar. Nach 15 Jahren Hausarrest wurde sie von der Militärregierung in die Freiheit entlassen, gründete eine Partei und wurde Regierungschefin. Sie erhielt den Friedensnobelpreis für die Demokratisierung ihres Heimatlandes. Während ihrer Regierungszeit sollen Verbrechen gegen die Menschlichkeit an den Rohingya, einer muslimischen Minderheit, begangen worden sein - der Internationale Strafgerichtshof ermittelt in dieser Causa.

Abiy Ahmed ist der Ministerpräsident von Äthiopien und erhielt den Friedensnobelpreis für seine Initiative zur Lösung des Grenzkonflikts mit Eritrea. Äthiopien führt gegenwärtig einen schrecklichen Krieg gegen die abtrünnige Provinz Tigray. Gräueltaten an der Zivilbevölkerung und politische Säuberungen im ganzen Land werden kolportiert, doch das Gebiet ist von der Außenwelt abgeschnitten, es gibt weder Internet- noch Telefonverbindungen.

Kurt Gärtner,

4600 Wels