Zum Artikel von Matthias Winterer, 5. Dezember

Altwiener Zinshäuser -
Abriss oder Sanierung?

Man kann nicht das Stadtbild der Großstadt Wien quasi museal einfrieren. Selbst in der Monarchie hat man etwa - was heute wohl mit allen Mitteln verhindert würde - die Basteien geschleift. Adolf Loos hat die Ringstraße als Potemkinsches Dorf bezeichnet. Die Bezirke außerhalb des Stadtkerns haben weitgehend kein geschlossenes Ortsbild mehr. Einem einzelnen Zinshaus jeweils nachzuweinen, ist aus mehreren Gründen nicht angebracht:

Einzelne Gründerzeithäuser, selbst nebeneinander stehende, schaffen kein künstlerisches Ortsbild im fachlichen Sinn.

Die Gründerzeithäuser wurden aus Spekulationsgründen gebaut, meist mit kleinen Zimmer-Küche-Wohnungen mit Gangklo (für mehrere Parteien) und Gangwasserleitung. In der Wohnung lebten dann vier Arbeiter, zwei davon schliefen in der Nacht, die anderen am Tag (Bettgeher); der Mietzins war so hoch, dass er geteilt werden musste. Eine Mietzinsregelung findet sich meines Wissens erstmals 1916.

Gründerzeithäuser sind oft viel zu klein für einen Aufzug, die Stiegen steil und eng gewendelt. Für Geschäfte bleibt unten viel zu wenig Platz, um ein ausreichendes Angebot zu präsentieren. Sie ziehen daher weg, das Erdgeschoß verfällt.

Wenn für solche Löcher etwas über 7 Euro pro Quadratmeter und Monat verlangt werden darf, ist das Haus auf Sicht für einen Abbruch programmiert. Wird ein §30-MRG-Antrag gestellt und soll ein Mieter plötzlich 20 Euro pro Quadratmeterzahlen, steht die Wohnung pro futuro leer.

Wenn eine Unwirtschaftlichkeit (das ist in diesen Fällen Unvermietbarkeit) gegeben ist, besteht die sogenannte wirtschaftliche Abbruchreife, die die Stadt nicht verhindern kann, außer sie stellt die fehlenden Mittel zu Verfügung. Es darf auch nicht übersehen werden, dass bei diesen alten Gemäuern jede sinnvolle Renovierung in das (nicht vorhandene) Geld geht: alte, ungesicherte Gleichstromleitungen, verrottete Gasrohre, tropfende Wasserleitungsrohre, verseuchte und verdreckte Kanäle, kaputte Fußböden, morsche Tramhölzer.

Die Möglichkeit, die Entwicklung zu einer Stadt mit verkommenden Altbauten aufzuhalten, ist meines Erachtens nur die Regelung, zu den sechs Bauklassen einschließlich der 35-Meter-Regelung des § 7 f BO, soweit dies auch technisch vertretbar ist, weitere zwei Bauklassen für alle Häuser bis 50 Meter über Grund zuzulassen. Damit könnte auch der weiteren Verdichtung des Grünlandes ein Riegel vorgeschoben werden. Die Verantwortung dafür liegt bei den bei für die Widmung zuständigen MA 21/A und B, die politische Verantwortung - Schaffung dieser Möglichkeit durch eine Novelle zur BO - beim Wiener Landtag. Ich stelle die Erhaltung des Wiener Grünraumes weit vor musealen Ideen.

Dr. Heinrich Geuder,

1180 Wien

Ungleiche Erhöhungen
der Einkommen

Vom Bundespräsidenten bis zum Bundesrat erhalten Politiker ab dem kommenden Jahr, wie die fleißigen Beamten, Arbeiter und Angestellten, eine Gehaltsaufbesserung um 1,5 Prozent, was ja der errechneten Inflationsrate von 2020 entspricht.

Aber eine Gruppe wird mit einem Fixbetrag von 35 Euro gedeckelt: die Pensionisten ab 2.333 Euro brutto. Dabei handelt es sich bei dieser Gruppe um Bürger, die mehr als 40 Versicherungsjahre aufweisen, weil ja ansonsten diese Pensionshöhe nicht zustande kommen kann: also die sogenannten Leistungsträger dieses Landes. Ich höre keine Beschwerden der diversen Pensionistenvertreter; und ich vermisse die Solidarität der Politiker mit der Bevölkerung, besonders des Herrn Bundespräsidenten, der sich über eine Erhöhung von Euro 374 pro Monat freuen darf.

Ich kann die jungen Arbeitnehmer verstehen, wenn sie diesem System zunehmend misstrauen, in dem Leistung sich nicht auszahlt. Obwohl gerade Leistung der derzeitigen Regierung so wichtig ist.

Werner Hausmann,

5164 Seeham

Reisebeschränkungen
gegen Neuinfektionen

Wenn im August mehr als ein Drittel der Covid-Neuinfektionen auf Urlaubsheimkehrer zurückzuführen war, dann hat Sebastian Kurz doch recht. Die Stellungnahme des Gesundheitsamtes, dass die Aussage von Kurz (ein Drittel der Neuinfektionen im Sommer sei aus dem Ausland eingeschleppt, Anm.) nicht zutreffend sei, ist also falsch. Ich bin kein Kurz-Wähler, aber mit der Aussage hat er 100-prozentig recht.

Ernst Pitlik,

1220 Wien

Wintersport ohne
Gastronomie

Während die Skilifte über Weihnachten benützbar sein werden, dürfen die dazugehörenden Lokale nicht geöffnet werden. Die Folge: Die Skifahrer werden von zuhause ihre Verpflegung (mit viel Verpackungsmüll, wie Flaschen, Dosen und so weiter) mitnehmen. Der Müll wird größtenteils im Frühling entlang der Lifttrassen und Abfahrtspisten im Wald zu finden sein. Ist das sinnvoll?

Mag. Wilfried Ledolter,

8680 Mürzzuschlag