Zum Gastkommentar von
Niko Alm, 9. Dezember

Das umstrittene Thema Ethikunterricht

Wir leben unbestritten in einem Land, das von christlicher Kultur und Ethik geprägt ist. Unser ganzes öffentliche Leben ist von Ostern bis Weihnachten in diese Traditionen eingebettet. Dass schon aus diesem Grund unseren Kindern in der Schule Religionsunterricht zuteilwird, ist eine logische Folge.

Es wäre sicherlich gut, wenn sich Ethikunterricht als Schulfach etablieren würde, ohne dabei in Konkurrenz zu Religionsunterricht - jeglicher Art - zu geraten. Es ist jedoch schade, dass das Thema Ethikunterricht in diesem Gastkommentar dazu herhalten muss, die vielen Unterstellungen des Autors zu verbreiten! Offenbar ist Niko Alm so in seinen römisch-katholischen Erfahrungen gefangen, dass er die Freiheit, die der christliche Glaube atmet, noch nicht erfahren hat - und wohl auch nicht erfahren wird.

Dipl. Inf. Friedrich E. Starp,

3003 Gablitz/Wienerwald

Für eine Vielfalt
der Perspektiven

Warum sollte staatlich legitimierte Unterweisung in religiösen Denkmustern pädagogisch bedenklich sein und womöglich das soziale Gefüge unseres Landes destabilisieren? Bei der religiösen Vielfalt Österreichs sind das Interesse für den Wert des Glaubens und die Möglichkeiten religiöser Orientierung wichtiger als die Vermittlung einzelner religiöser Gedanken und Verhaltensweisen. Das "Ideal einer religiös einheitlichen Gesellschaft" gehört doch der Vergangenheit an!

Ich plädiere für die Wahl der Schülerschaft zwischen Religions- und Ethikunterricht. Ethik gibt es als Beschreibung, Begründung, Kritik und Vermittlung von Werten und Regeln, die erstrebenswert und wichtig für eine multikulturelle Gesellschaft sind. Demgegenüber wird in den Religionen die Lehre vom lebensklugen Verhalten von den Grundaussagen des Glaubens abgeleitet. Vielseitige Bildung ist etwas Wunderbares, denn "Bildung ist nicht Wissen, sondern Interesse an Wissen" (Hans Margolius).

Wilma Kropf,

per E-Mail

Nachbemerkung
zum Buwog-Prozess

Im Schatten des Buwog-Prozesses ist die Tatsache, dass die Republik 60.000 Bundeswohnungen zu einem durchschnittlichen Stückpreis von etwas über 16.000 Euro quasi verschenkt hat, untergegangen. Diese Wohnungen sind auf dem freien Markt wohl mindestens das Zehnfache wert. Dieses mehr als großzügige Geschenk an einen privaten Investor ist der eigentliche Skandal an der ganzen Geschichte. Schließlich war ich - wie Millionen andere Staatsbürger dieses Landes - Miteigentümerin der Buwog-Wohnungen.

Bei derartigen Privatisierungen sollte man meines Erachtens die Bürger mitbestimmen lassen. Wir würden mit unserem Eigentum nicht so achtlos umgehen.

Magda Novak,

per E-Mail