Gezielte Maßnahmen
statt neuer Lockdown

Kernkraftwerke und der Klimawandel. - © apa/dpa/David Ebener
Kernkraftwerke und der Klimawandel. - © apa/dpa/David Ebener

Grundsätzlich sind Probleme dort zu lösen, wo sie (besonders heftig) anfallen, anstatt pauschal mit großen Kollateralschäden aktiv zu werden. Covid-Problemzonen sind primär Alters- und Pflegeheime sowie Spitäler, wo es viele Angehörige von Risikogruppen gibt; oder großfamiliäre Zusammenkünfte und Privatpartys, bei denen viele Menschen aus verschiedenen Haushalten zusammenkommen. Und genau dort sollte man präventiv eingreifen und spezielle Maßnahmen setzen, anstatt pauschal alles einzuschränken.

Irgendwie hat man den Eindruck, dass die Politik trotz einer achtmonatigen Lernphase die Corona-Krise noch nicht wirklich unter Kontrolle hat.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien

Zum Gastkommentar von
António Guterres, 12. Dezember

Kernkraftwerke und
der Klimawandel

Wozu baut man ein Atomkraftwerk? In erster Linie, um Wärme zu erzeugen, und ein kleiner Teil davon wird in elektrischen Strom umgesetzt. Warum werden Atomkraftwerke an Flüssen oder an der Meeresküste gebaut? Um die restliche Wärme über das Wasser abzuleiten. Damit tragen AKW zur signifikanten Erwärmung der Flüsse und Meere bei, die sich natürlich auf die allgemeine Klimaerwärmung auswirkt.

Woran erkennt man schon vom Weiten, wo sich ein Kernkraftwerk befindet? An den enormen Wasserdampfwolken. Dieser Wasserdampf stammt von der Kühlung des Reaktors und führt beträchtliche zusätzliche Wärmemengen in die Atmosphäre ab. Aber nicht genug. Wasserdampf besitzt ein Vielfaches des Potenzials zur Klimaerwärmung als Kohlenstoffdioxid. Damit haben wir eine weitere massive Wirkung eines Kernkraftwerkes auf die Klimaerwärmung.

Freilich verursachen auch Kohle- und Gaskraftwerke Wärme, welche zu einem guten Teil in die Atmosphäre gelangt; zusätzlich natürlich auch Wasserdampf und Kohlenstoffdioxid. Ähnlich beim mit fossiler Energie betriebenen Verkehr zu Lande, zu Wasser und in der Luft, bei dem von der eingesetzten Energie 60 bis 80 Prozent nur in Wärme umgesetzt werden und bloß ein kleiner Teil in Bewegungsenergie.

Daher ist die Umstellung auf Alternativenergie unumgänglich. Wasser- und Windkraft und Photovoltaik produzieren im Betrieb kaum Wärme und keinerlei Wasserdampf- oder Kohlenstoffdioxidemissionen.

Prof. Dr. Rainer M. Jelinek,

2232 Deutsch-Wagram