Gegen Verschwendung
von Lebensmitteln

Kann verderbliche Ware nicht verkauft werden, wird sie meistens weggeworfen. - © apa/Helmut Fohringer
Kann verderbliche Ware nicht verkauft werden, wird sie meistens weggeworfen. - © apa/Helmut Fohringer

An die 200.000 Tonnen genießbare Lebensmittel landen Jahr für Jahr auf dem Müll. Man kann das nicht ganz abstellen. Was aber durchaus geändert werden könnte, ist das massenhafte Vernichten von Lebensmitteln durch den Handel. Gerade wenn die Geschäfte zwei oder drei Tage geschlossen sind - wie zu Weihnachten -, kommt es zu einer katastrophalen Vernichtungsorgie von Werten - denn an diesen Schließtagen laufen so viele beschränkt haltbare Lebensmittel ab, wie das sonst während des Jahres kaum der Fall ist. Und nach einem langen Feiertagswochenende müssen die Regale schließlich wieder voll sein mit frischer Ware.

Was fällt der Kirche dazu ein, die ja für die totale Sonn- und Feiertagsschließung hauptverantwortlich ist? Nichts. Den mitverantwortlichen (christlichen) Gewerkschaftern und der Wirtschaftskammer sei gesagt: Personal dafür gäbe es genug. Es gibt eine unglaubliche Nachfrage nach 200-Prozent-Feiertagsjobs.

Albrecht Rietsch,

1020 Wien

Was zu Weihnachten
wirklich zählt

Was bleibt uns von Weihnachten, wenn es regnet statt schneit; wenn wir keinen Urlaub buchen können; wenn das Feiern mit Freunden oder Familie sich reduziert hat; wenn mehr Fragen in uns sind als Antworten, die uns Frieden schenken? Wenn die Intensivstationen ihr Limit erreichen, wenn eine mutierte Form des Virus unsere Unsicherheit verstärkt und wenn die Aussicht auf ein Silvester ohne Feuerwerk uns den Rest der Freude nimmt?

Dann bleibt nur noch eines: Weihnachten! Der Kern, verborgen unter all den glitzernden Umhüllungen der modernen Zeit, ist die zeitlose Botschaft der Engel: "Euch ist heute ein Retter geboren!" Jesus Christus ist für dich und mich geboren und hat sein Leben gegeben, um uns aus Liebe wieder zurückzuholen in die Gemeinschaft mit dem lebendigen Gott für ein Leben in der Herrlichkeit, über das der Tod keine Gewalt hat.

Was geschieht, wenn in der erzwungenen Ruhe dieser Tage das Lied der Engel in uns zu klingen beginnt? Wir bekommen offene Augen für das, was wirklich durchträgt im Leben. Wir werden dankbar für das, was wir haben, statt uns nach dem zu verzehren, was wir zusätzlich noch wollen.

Sabine und Eckhard Becker,

77855 Achern

Ein Dankeschön im
Jahr der Pandemie

Dieses Virus hält der ganzen Welt einen Spiegel vor. Über den Wahnsinn rücksichtsloser globaler Ökonomie, über die Tourismusindustrie, über das Niederfahren sozialer Systeme, über die astronomische Umverteilung von unten nach oben. Umso mehr sind die humanen Gegengewichte zu bewundern und ist Dank auszusprechen:

Dank an die Spitäler, die Arztpraxen, die PflegerInnen, die Mitarbeiterstäbe in Senioren- und Pflegeheimen, in den Einrichtungen für körperlich, geistig oder psychisch beeinträchtigte Menschen. An unsere Rettungsdienste, an unsere Feuerwehren, an die Menschen, die in ihrer Freizeit die Teststraßen betreuen. Ein Dank auch an die Abstand-Halter, an die Mund-Nasen-Schutz-Träger, an die Hände-Desinfizierer! An die Behörden, an Politiker und Wissenschafter, die es zumindest probieren, ohne Selbstinszenierung Lösungen zu suchen. Ein Dank an alle sogenannten Systemrelevanten, an Pädagoginnen und Pädagogen, an all die Mütter und Väter, die keine Mikrofone und kein Scheinwerferlicht über sich haben.

Fritz Baumgartner,
4222 St. Georgen/Gusen

Ansturm auf Covid-Tests
vor Weihnachten

"Vurher hamma miassn, jetztn
dearf ma." Ich wage zu behaupten: Es ist wirklich so simpel. Empfanden die Menschen die bundesweiten Massentests Mitte Dezember als aufs Aug’ gedrückt und benutzten die Freiwilligkeit zur Teilnahmeverweigerung, sahen sie sie danach als unverbindliches Angebot, das sie nicht nur gern nutzten, sondern dafür auch Unannehmlichkeiten wie längere Wartezeiten in Kauf nahmen.

Was die Regierung daraus lernen könnte? Schlicht und einfach in der Kommunikation mit der Bevölkerung nicht immer mit einer Art Befehlston daherkommen. Leopold Figl hätte anders geklungen und das inhaltlich Gleiche gesagt.

Johann Ziegler,
3400 Klosterneuburg

Zum Leitartikel von Thomas Seifert, 18. Dezember

Eine moralische Pflicht
zur Corona-Impfung?

Für Thomas Seifert ist es selbstverständlich, sich impfen zu lassen, das ist seiner Meinung nach ein moralisches Gebot. Ein Totschlagargument, das jegliche vernünftige Debatte von vornherein abwürgt.

Gerhard Spalofsky,

2325 Velm

Keine Aufnahme
weiterer Flüchtlinge

Als Staatsbürgerin begrüße ich die Weigerung der ÖVP-Spitze, noch mehr Flüchtlinge ins Land zu lassen. Europa und insbesondere Österreich sind nur ein kleiner Teil der Welt, die islamischen Länder jedoch verfügen sowohl über Land als auch Mittel, um Menschen ihres Glaubens aufzunehmen.

Nicht nachvollziehbar ist, dass die westliche Welt nicht imstande ist, das brutale Schlepperwesen zu stoppen. Notwendig sind die humanitäre Hilfe vor Ort und die weltweite Verteilung der Geflüchteten, sofern keine Rückführung in die Heimatländer möglich ist.

Dr.in Erne Hackl,

5201 Seekirchen

Österreichs beschämende Flüchtlingspolitik

Die Flüchtlingspolitik der ÖVP als maßgebende Regierungspartei - einer Partei, die auf ihre christlichen Wurzeln lange Zeit stolz war - ist beschämend. Das Argument "Wir helfen vor Ort, weil es sonst langfristig zu mehr Migrationen führen würde" ist sachlich widerlegt: Die Hilfe vor Ort kommt nicht wirksam an, sie hilft Griechenland mit derzeit über 120.000 Flüchtlingen kaum, und die Flüchtenden verlassen ihre Heimatländer wegen der unhaltbaren Zustände. Sie bleiben nicht zu Hause, weil Österreich sich einer effektiven Flüchtlingshilfe versperrt.

em. Univ. Prof. Gerd Sammer,

1190 Wien