Zum Interview von Mathias Ziegler, 24./25. Dezember

Europa geht nicht
zugrunde - es wächst

Woher Altabt Gregor Henckel-Donnersmarck seine Ansicht bezieht, "dass Europa an sich selbst zugrunde geht", ist nicht nachvollziehbar. "Europa pflanzt sich ja nicht fort", behauptet er.

Die Bevölkerungsstatistik bestätigt diese pessimistische Aussage aber keineswegs. Im Zeitraum von 2000 bis 2020 hat die Mehrzahl der EU-Mitgliedstaaten an Einwohnerzahl zugelegt, zum Teil kräftig - Frankreich von 59 auf 67 Millionen, Spanien von 39,5 auf 46,5 Millionen, Österreich von 8,1 auf 9 Millionen, Irland von 3,8 auf 4,8 Millionen, Deutschland nur schwach von 82 auf 84 Millionen.

Rückläufig waren lediglich die Einwohnerzahlen mehrerer ostmittel- und südosteuropäischer Länder, am stärksten Lettland von 2,4 auf 1,95 Millionen, Rumänien von 22,4 auf 19,6 Millionen, Bulgarien von 8,15 auf 7,07 Millionen, das aber überwiegend wegen der Abwanderung jüngerer, gut qualifizierter Menschen in die "Wohlstandsländer" der EU. Österreich und Deutschland haben Bevölkerungsrückgang nur in einigen ländlichen Regionen.

Etwas mehr Geburten bei den Einheimischen sollte es aber schon geben - aber das verhindern der extreme Feminismus und die Geringschätzung der "bloßen Hausfrau".

Dr. Franz Rader,

1070 Wien

Muss sich die katholische
Kirche nicht verändern?

Die Kirche muss sich nur wenig verändern, meint der Altabt in seiner zentralen Aussage. Ich will diese beharrende Sichtweise unkommentiert lassen, denn die steigende Zahl an Kirchenaustritten spricht für sich und gegen ihn. Ich wünsche Gregor Henckel-Donnersmarck, dass er dereinst von seiner himmlischen Loggia aus erlebt, wie sich seine Kirche zu neuen Höhen aufschwingt, und hoffe mit ihm, dass sie nicht in einem sektenähnlichen Zustand dahinsiechen muss.

Otto Diendorfer,

4150 Rohrbach-Berg

Die Covid-Impfung soll ein "Gamechanger" werden

Die Corona-Zeit ist für uns alle eine ungewohnte Herausforderung. Die permanente Anwendung von englischsprachigen Ausdrücken, die leicht verständliche deutsche Wörter ersetzen (zum Beispiel "Distance Learning" statt Fernunterricht), sind eine zusätzliche Zumutung. Absolut unerträglich ist aber der immer öfter verwendete Ausdruck "Gamechanger" in Zusammenhang mit der bevorstehenden Impfung. Die Politik sollte wissen, dass Covid-19 kein Spiel ist und dieser Anglizismus daher höchst unangebracht ist.

Günther Paulsen,

2380 Perchtoldsdorf