Zum Kommentar von
Christoph Irrgeher, 9. Jänner

Ein Corona-Test vor
dem Opernbesuch

Christoph Irrgeher spricht mir - Transdanubier der gefährdeten Generation - aus der Seele. Nach zwei entfallenen Aufführungen am Theater an der Wien erhielt ich die Nachricht, dass die fünfte Vorstellung in meinem Abonnement am 30. Jänner wie vorgesehen stattfinden kann, allerdings mit Maskenpflicht und negativem Corona-Test. Dazu ist auch noch vorgesehen, dass die Vorstellung bereits am Nachmittag beginnt und ohne Pause durchgespielt wird.

Das wäre ja noch akzeptabel, wenn sich nicht die Probleme mit der Testung ergeben würden. Zwei Tage vorher einige Kilometer zur Teststraße zu fahren, falls man einen Termin bekommt, ist mir einfach zu viel. Und das vielleicht vor jeder Abo-Vorstellung? Gleiches gilt für die Volksoper. Es reicht mir! Der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Besuch einer Vorstellung. Ich erinnere an den Herbst, als wir andere Vorkehrungen hatten, die völlig ausreichend waren und zu keiner Cluster-Bildung geführt haben.

Dr. Gerhard Jungmayer,

1220 Wien

Eine fragwürdige
Praxis der US-Justiz

Man wird sich noch daran erinnern, dass (nach mehreren ähnlichen Vorfällen mit Afroamerikanern und Todesfolgen) 2020 in den USA bei einer Verkehrskontrolle dem unbewaffneten Afroamerikaner Jacob Blake, vor den Augen seiner kleinen Kinder, von einem Polizisten siebenmal in den Rücken geschossen wurde. Der Angeschossene überlebte aufs schwerste verletzt und ist seither an einen Rollstuhl gefesselt. Das Strafverfahren gegen den schießwütigen Polizisten und seinen Kollegen wurde eingestellt.

Vor kurzem wurde die Auslieferung von Julian Assange an die USA glücklicherweise abgewiesen. Die US-Justiz möchte ihm gerne einen Prozess machen, bei einer Verurteilung könnten ihm bis zu 178 Jahren Gefängnis aufgebürdet werden. Soviel bekannt ist, hat Assange keinen Menschen angeschossen, aber tödliche Schandtaten von US-Soldaten aufgedeckt.

Hans Gamliel,

CH-9400 Rorschach

Sonntagsöffnung gegen Lebensmittelverschwendung?

Die Idee, der Verschwendung von Lebensmitteln durch Sonntagsöffnung entgegenzuwirken, finde ich ein absolut unbrauchbar. Schon jetzt dürfen Geschäfte von Montag bis Freitag bis 21 Uhr geöffnet haben, und in den Randzeiten nach 19 Uhr geht kaum jemand einkaufen. Kein Supermarkt wird für den Sonntag eigens Personal einstellen, es werden die dort Beschäftigten die Dienste machen - und das sind meistens Frauen. Benötigen wir dann auch Kinderbetreuung für Sonntag?

Viele Gastronomiebetriebe und auch Bäcker zahlen keine 200 Prozent Zuschläge, weil sie unter Systemgastronomie fallen und daher von dieser Verpflichtung ausgenommen sind. Hätten mehr Geschäfte am Sonntag geöffnet, würde der Sonntagszuschlag schnell fallen. Einen Tag die Woche sollen die Geschäfte definitiv geschlossen bleiben, der Mensch hat auch etwas anderes zu tun als immer nur einzukaufen!

Nancy Friedenthal,

per E-Mail