Gefährliche Atomkraftwerke
in Österreichs Nachbarschaft

Aller Augen sind derzeit auf Corona gerichtet. Doch auch abgesehen von dem Virus tut sich einiges auf der Welt und sollte Beachtung finden. Zum Beispiel, dass Österreich gegen die Verwendung von EU-Geldern für die Produktion von Wasserstoff mittels Atomstrom gestimmt und damit die Verschwendung von Steuergeld für eine veraltete, gefährliche und teure Industrie verhindert hat. Dazu ist Umweltministerin Leonore Gewessler zu gratulieren.

Die Inspektoren der Internationalen Atomenergie-Organisation haben in einem offiziellen Bericht zu dem in Bau befindlichen Reaktor 3 in Mochovce (Slowakei) massive Sicherheitsmängel gefunden. Die Arbeit an den Reaktoren 3 und 4 wurde bereits im vorigen Jahrhundert begonnen, musste aber in den 1990ern aus Geldmangel eingestellt werden. Viele der Teile lagen seitdem herum und sind veraltet. Hinzu kommt, dass seit Jahren Mängel sowohl bei den alten Teilen als auch beim Bau selbst bekannt werden.

Nun hat auch Tschechien angekündigt, in Dukovany einen neuen Reaktor zu bauen.

Sollte in einem dieser AKW ein atomarer Unfall passieren, werden die im Osten Österreichs lebenden Menschen andere Probleme haben als die Corona-Pandemie. Denn sowohl die Katastrophe von Tschernobyl als auch jene von Fukushima haben gezeigt, dass Gebiete in einem Radius von bis zu 200 Kilometer um das AKW unmittelbar und dauerhaft atomar verseucht werden.

Natürlich ist unseren slowakischen und tschechischen Nachbarn zu wünschen, dass sie in Wohlstand leben können. Dazu gehört auch die Versorgung mit Energie. Es sollte aber nicht auf eine veraltete, gefährliche Technologie gesetzt werden, gibt es doch heute sinnvolle, ungefährliche und ökologische Alternativen. Umweltministerin Gewessler möge daher weiter aktiv sein und unsere benachbarten Freunde überzeugen, dass es bessere Alternativen als den Ausbau von Atomkraft gibt. Österreich wird es ihr danken.

Dr. Stephan Verweijen,
per E-Mail

Unbemerkte Plagiate bei akademischen Arbeiten

Ministerin Christine Aschbacher ist nach den Plagiatsvorwürfen zurückgetreten. Das kann man ihr positiv anrechnen. Aber wie kann man mit so vielen Plagiaten durch Prüfungen kommen - in Wiener Neustadt sogar mit "Sehr gut"?

Nun sind Plagiate wohl bei Diplom- und Doktorarbeiten wahrscheinlich so selten nicht und geschehen bisweilen ohne böse Absicht. Aber die Prüfer müssten das doch sehen. Nach eigenem Bekunden hat Frau Aschbacher "der Beurteilung anerkannter Professoren vertraut". Ich meine, eine Überprüfung dieser Professoren wäre angesagt, oder gab es da noch andere Beurteilungsmotive?

Jürgen Jauch,
4040 Linz

Drei Fragen bei Plagiatsvorwürfen

Bei Plagiatsvorwürfen in Bachelor-, Master- oder Diplomarbeiten sowie bei Dissertationen sollten drei wesentliche Fragen gestellt werden.

Erstens: Wer ist der Auftraggeber für solche, oft erst nach Jahren erfolgende Überprüfungen und welche Motive stehen dahinter?

Zweitens die Frage nach der Mitwirkung und/oder Mitverantwortung der Betreuungspersonen. Jede wissenschaftliche Prüfungsarbeit wird von einem Betreuer, eine Dissertation von einem "Doktorvater" begleitet.

Drittens ist es absolute Pflicht, dass der/die Prüfungskandidat/in sich in die vorhandene Fachliteratur einarbeitet und auf diese auch Bezug nimmt. Werden Textteile daraus in der eigenen Arbeit verwendet, so ist das mit einer entsprechenden Fußnote oder mit einem Literaturhinweis zu kennzeichnen. Unterbleibt diese Kennzeichnung (Zitierung), dann ist das jedenfalls ein strafrechtlicher Fehler, weil geistiger Diebstahl. Kann das aber die gesamte wissenschaftliche Arbeit dem Grunde nach in Frage stellen?

Michael Hladik,

6161 Natters-Innsbruck

Das schmähliche Ende von Donald Trumps Präsidentschaft

Das unrühmliche Geschichtskapitel Donald Trump ist zu Ende. Zuerst ist vor über vier Jahren die Republikanische Partei auf ihn hereingefallen, dann sind ihm die Wähler auf den Leim gegangen. Bald entwickelten sich seine Tweets immer mehr zu unerträglichen Extrem-Fakes. Unter dem Eindruck der davonschwimmenden Wiederwahl-Felle zog er die Karte des rechtsextremen Mobs, der schließlich zum Schaden der ganzen US-Nation das Kapitol stürmte - Ergebnis fünf Tote. Die Schande, dass ihm wenige Tage vor dem Amtsende noch die Absetzung angedroht wird, ist wohl der unrühmliche Tiefpunkt von Trumps Abschied.

Wolfgang Riemer,

per E-Mail

Das Vorbild USA nach
dem Sturm auf das Kapitol

Gerade die amerikanische Demokratie gilt als Vorbild vieler Länder, und die USA nannten häufig die Demokratisierung von autoritären Staaten als ihre moralische Pflicht. Die versuchte Änderung von politischen Systemen durch militärische Intervention endete oft mit einem Chaos und bürgerkriegsähnlichen Zuständen.

Das Image als demokratisches Vorbild ist durch mehrere Vorfälle in jüngster Zeit verloren gegangen, und die USA werden sich künftig als westliche Führungsnation in vielen Bereichen schwertun. Hoffentlich hat die deutsche Kanzlerin Angelika Merkel recht, wenn sie meint: "Diese Demokratie wird sich als viel stärker erweisen als die Angreifer und Randalierer." Ich meine, Europa sollte nicht so sehr auf Amerika schauen, sondern eine eigenständige, einheitliche Politik anstreben.

Kurt Gärtner,

4600 Wels