Vordringliche Aufgabe
des Arbeitsministers

Der neue Arbeitsminister Martin Kocher hat drei Hauptprioritäten, nämlich erstens Arbeitsplätze, zweitens Arbeitsplätze, drittens Arbeitsplätze - und muss zusätzlich einer drohenden Insolvenzwelle von KMUs effizient begegnen, denn mit jedem Betrieb erhält man Beschäftigung. Alle anderen Ziele haben nachgeordnete Bedeutung, vor allem der merkwürdigerweise nach wie vor strapazierte "Fachkräftemangel". Und das in einem ORF-Interview wieder einmal überbeanspruchte Thema "Moria" hat für einen Arbeitsminister überhaupt keinen Stellenwert.

Mag. Martin Behrens,

1230 Wien

Sprachliche Schlamperei
in akademischen Arbeiten

Angesichts der auszugsweise veröffentlichten Passagen aus der Diplomarbeit und der Dissertation von Christine Aschbacher beschäftigt mich weniger die Frage ihres Rücktritts, sondern vielmehr, wieso diese - teils unverständlichen und in einem fehlerhaften Deutsch verfassten - Texte positiv beurteilt wurden. Wurden die Arbeiten überhaupt angeschaut? Oder sind auch die Professoren der deutschen Sprache nicht mächtig? Wie steht es um ihr Berufsethos, egal ob an der FH oder an der Universität?

Magda Novak,

per E-Mail

Ökostrom und die Versorgungssicherheit

Am selben Tag, an dem der plötzliche Ausfall einiger Kraftwerke in Südosteuropa beinahe zu einem Blackout in Mitteleuropa geführt hätte, kündigt man die Verzehnfachung der Wiener Solarmodule an. Nicht, dass man den Strom nicht brauchen könnte, aber das Problem ist die rudimentäre Speichermöglichkeit. Und das wird noch lange so bleiben.

Unser Stromnetz beruht darauf, dass in jedem Augenblick genau so viel Strom erzeugt werden muss, wie gerade gebraucht wird. Stromquellen, die unvorhersagbar und unregelmäßig Strom ins Netz drücken möchten, müssen eine kleine Minderheit bleiben, damit die steuerbaren Kraftwerke die Balance halten können. Der Traum von "reinen Ökostrom" kann also niemals in Erfüllung gehen!

D.I. Ewald Pangratz,

1130 Wien

Eine Erinnerung an
den Autor Ludwig Fels

Die Leser von Edwin Baumgartners profundem Nachruf auf den Dichter Ludwig Fels (Online-Ausgabe der "Wiener Zeitung" vom 11. Jänner, Anm.) könnte ein tröstliches Detail aus dessen letzten Stunden interessieren, von dem ich als enger Freund des Verstorbenen Kenntnis erhalten habe: Schon im Ottakringer Spitals-
Sterbebett, konnte Ludwig Fels gerade noch das erste Exemplar seines letzten Buches, "Dou mi ned o", in Augenschein nehmen. Am (coronabedingt verspäteten) Erscheinen dieses im Dialekt seiner fränkischen Heimat verfaßten Lyrikbandes war ihm, wie ich weiß, besonders gelegen.

Dietmar Grieser,

1030 Wien