Zum Gastkommentar von
Kurt Bayer, 23. Jänner

Forschung und Innovation
sind ineffizient organisiert

Österreich weist mit 3,15 Prozent des BIP die zweithöchste Forschungsquote innerhalb der EU hinter Schweden auf, hat es aber nicht geschafft, zu den führenden Innovationsländern aufzustoßen. Dieses für 2020 angepeilte Ziel wurde bei weitem verfehlt. Sohin liegt ein krasses Missverhältnis von eingesetzten Mitteln und den daraus generierten Ergebnissen der von der Regierung im Jahr 2011 beschlossenen Forschungsstrategie vor.

Verbesserungen sind dringend erforderlich, da Österreich Effizienzbarrieren aufweist. Diese liegen nicht nur an der für Hochschulen und Grundlagenforschung mangelhaften Finanzierungssituation, sondern auch im Bildungs-, Gründungs- und Förderungsbereich. Weitere Reibungsverluste sind in der Überregulierung, Zersplitterung sowie den unklaren Zuständigkeiten und in einem komplizierten, nicht harmonisierten Regelwerk zu finden. Die föderalistische Kompetenzzersplitterung erzeugt ebenfalls Reibungsverluste.

Trotz dieser Strukturinsuffizienzen sind öffentliche Gelder erforderlich, da diese sicherstellen, dass das System zumindest auf eine grundlegende Art funktioniert. Dennoch muss hinterfragt werden, ob die bestehenden Fördereinrichtungen im System der bestehenden Zuständigkeiten und Institutionen richtig platziert sind oder es eine andere Logik in der Förderpolitik bräuchte. Bedauerlicherweise fehlt eine Schwerpunktsetzung über die aktuelle Mittelverwendung, um die Innovationsleistung Österreichs zu verbessern.

Es ist sohin nicht nur wünschenswert, sondern dringend erforderlich, dass die österreichische Regierung - zur Absicherung des Wirtschaftsstandortes - eine Schwerpunktsetzung in diesem Bereich vornimmt und massiv daran arbeitet, Effizienzbarrieren zu beseitigen. Der "herkulischen Agenda" ist jedoch zu entnehmen, dass daran kein politisches Interesse besteht.

Mag. Elisabeth Moser-Marzi,

1010 Wien

Zum Gastkommentar von
Sabine M. Fischer, 21. Jänner

Die Covid-Krise produziert keine "verlorene Generation"

Dieser Gastkommentar von Sabine M. Fischer ist meinem Empfinden nach der so ziemlich beste und stimmigste, den ich in den letzten gut 20 Jahren - also seit ich Leser der "Wiener Zeitung" bin - in selbiger vorgefunden habe. Chapeau!

Johann Ziegler,

3400 Klosterneuburg