Wie man Ausschreitungen wie in Holland verhindern kann

Die Achtung vor einem Menschen zeigt sich auch im Umgang mit seinem Nein. Menschen, deren Nein nicht beachtet wird, fühlen sich missachtet, und es ist verständlich, dass sie frustriert und unzufrieden sind.

Genau das trifft auf die Holländer zu, welche mit den Corona-Maßnahmen der Regierung nicht einverstanden waren. Solange ihre Proteste friedlich gewesen sind, hat man ihnen kein Gehör geschenkt, sie hatten keine Möglichkeit, ihre Meinung wirksam zu äußern. Das hat sie frustriert und unzufrieden gemacht. Sie konnten ihre Unzufriedenheit und Verärgerung jedoch nicht ausdrücken, und das erzeugte zusätzlich ein Gefühl der Ohnmacht und Wut. Widerstand, der im System nicht geäußert werden kann, wendet sich gegen das System. Daher brennen die Autos in Holland.

Niemand kann absehen, wie der Konflikt zwischen den unzufriedenen und den autoritären Kräften in Holland ausgehen wird. Mein dringender Appell richtet sich daher an die Politiker in den Staaten, in denen noch keine Randale ausgebrochen sind: Sprechen Sie mit den Andersdenkenden. Nehmen Sie deren Meinung, deren Datenquellen und ihre Interpretation ernst. Versuchen Sie, Ihren eigenen Horizont dadurch zu erweitern. Und vor allem, horchen Sie auf deren Lösungsvorschläge. Denn der Umgang mit Corona ist nicht nur ein medizinisches oder virologisches Problem. Er ist auch ein gesellschaftliches Problem.

Und mein zweiter Appell geht an die Organisatoren von Demonstrationen: Beschränkt euch nicht auf das Nein. Arbeitet Strategien aus, die ihr mittragen könntet. Und wenn euch Gespräche angeboten werden, dann versucht, diese Gespräche konstruktiv zu gestalten. Vor allem auch für das Land, in dem ihr lebt.

Erich Visotschnig,

IsyKonsens International

Der Vertrag mit AstraZeneca muss völlig einsehbar sein

Unter Offenlegung verstehe ich etwas anderes! Sicher nicht, dass Teile des Vertrages geschwärzt sind. Warum spielt die EU da mit? Wir EU-Bürger, für die der Vertrag doch abgeschlossen wurde, haben wohl das Recht, vollständigen Einblick in den Vertrag zu bekommen.

Dr. Herbert Grolig,

1170 Wien

Wir brauchen Geduld -
und ein Gesamtkonzept

Ob bei Corona-Maßnahmen, Testungen oder Impfungen, ich kann noch kein Gesamtkonzept in Österreich erkennen. Das Gesundheitsministerium verspricht, ältere Personen zuerst zu impfen, doch es fehlen die Impfdosen. Die Firma AstraZeneca liefert nur einen Teil des zugesagten Impfstoffes, Ersatz gibt es derzeit keinen - und dieser Impfstoff ist nur für Menschen unter 65 Jahre zuverlässig geprüft. Fast alle Corona-Meldesysteme sind überlastet oder entsprechen nicht den Forderungen für eine wissenschaftliche Auswertung der Daten. Es müssten sich doch mit den verfügbaren technischen Mitteln und Daten der Ort von Corona-Clustern, die Aufteilung der Fälle in Altersgruppen, der Ort von Ansteckungen samt Kontaktpersonen und so weiter herausfiltern lassen.

Kurt Gärtner,

4600 Wels

Der Bundespräsident hat der Würde des Amtes geschadet

Mit seiner Wortmeldung über die Abschiebung nach Georgien hat Bundespräsident Alexander Van der Bellen den österreichischen Rechtsstaat in Frage gestellt. Hinzu kommt, dass Van der Bellen zwar die Aktenlage nicht kannte, aber das Vorgehen der Behörden kritisierte und den Eindruck von Ungesetzlichkeit und Unmenschlichkeit seitens des Innenministers erweckte.

Van der Bellen hat die Würde des Amtes des Bundespräsidenten der Republik Österreich beschädigt. Beim Bundespräsidenten setzt man Besonnenheit, Rechtskenntnis und eine "gute Portion Hausverstand" voraus. Diese Voraussetzungen scheinen zu fehlen.

Prof. Dr. Fritz Rubin-Bittmann,

1020 Wien

Die Schulen sollten aus dem Lockdown ihre Lehren ziehen

Die Schulen haben sich durch digitale Plattformen einiges zu eigen gemacht. Positiv ist das Umdenken zu sehen, nicht primär Faktenwissen abzufragen, denn die Schülerschaft hat technische Problemstellungen durch Recherche im Internet zu bewältigen.

In diesem Zusammenhang fallen mir zwei Faktoren auf. Einerseits kann oft vor langer Zeit Gelerntes noch gut abgerufen werden. Anderseits fällt die Stofffülle auf, mit der die Schülerschaft heute konfrontiert ist. Früher standen weniger Lehrbücher zur Verfügung, wichtige Inhalte mussten von Hand niedergeschrieben werden. Das Üben - heutzutage eher verpönt - wurde großgeschrieben. Das gründliche Erlernen der deutschen Grammatik war eine Hilfe im Fremdsprachenunterricht. Die Basics in Mathematik, Deutsch und einer Fremdsprache wurden intensiver einstudiert. Grundsätzlich weniger Lehrstoff wäre hier mehr - und der gut gefestigt.

Wilma Kropf,

per E-Mail

Steigender Stromverbrauch wird immer mehr zum Risiko

Die Gefahr eines großflächigen Blackouts wurde schon vor vielen Jahren beim Bundesheer beleuchtet. Die Bevölkerung hat noch nicht das richtige Bewusstsein für einen erforderlichen Krisenvorrat entwickelt - ein solcher ist auch in Zeiten mit Ausgangsbeschränkungen von Nutzen.

Wenn der Stromkonsum bereits ein beängstigendes Ausmaß annimmt, ist zu hinterfragen, was eine breite Elektroautomobilität bezwecken soll. Noch mehr Hochspannungsmasten quer durch die Landschaft? Noch mehr Verbrennung von Kohlenwasserstoffen, die auch in der Biomasse vorhanden sind, kann nicht das Ziel sein.

Ernst Steinbrenner,

per E-Mail