Zum Gastkommentar von
Marco Morosini, 10. Februar

Zwei Wege der maßlosen Verschwendung

Der Vergleich zwischen Atomenergie und Digitalisierung stimmt in vieler Hinsicht: Beide setzen enorme Ressourcen- und Energieverschwendung voraus, sei es beim Abbau, bei der Nutzung oder bei der sogenannten Entsorgung. Einerseits fälschlich als CO2-neutral gehypte Atomreaktoren zur Stromerzeugung für den dank Digitalisierung und E-Fahrzeugen wachsenden Bedarf, andererseits Heimarbeit und Fernunterricht am Computer und die scheinbar ausweglose Digitalisierung nahezu aller Bereiche unserer Gesellschaft - bis zum totalen Blackout.

Alexander Buschenreiter,

8983 Bad Mitterndorf

Soziale Folgen reduzierter Zugverbindungen

Die Pandemie hat uns bislang gelehrt, dass sich soziale und wirtschaftliche Ungerechtigkeiten dadurch weiter verschärfen. Ein aktuelles Lehrstück dafür ist das Gezerre um den Bahnverkehr zwischen Wien und Salzburg.

Zur Erinnerung: Um den Bahnverkehr im gewohnten Umfang auf der Westbahnstecke aufrechtzuerhalten, erhielten ÖBB und Westbahn AG im November mittels Notvergabe durch das Verkehrsministerium einen Zuschuss in Höhe von 45 Millionen Euro. Dieser ist nun ausgelaufen. Für eine Verlängerung der Notvergabe fehlt die Zustimmung des Finanzministeriums. Bleibt es dabei, werden die Bahnunternehmen Zugverbindungen streichen.

Speziell bei Pendelnden ergibt sich dadurch eine beträchtliche soziale Schieflage: So sind es eher die gut situierten Beschäftigten, die im Homeoffice arbeiten können. Auf der anderen Seite sind aber nach Ende des verschärften Lockdowns wieder vermehrt Verkäuferinnen, Beschäftigte im körpernahen Dienstleistungsbereich und Schüler unterwegs. Sie sehen sich wohl bald einem ausgedünnten Fahrplan gegenüber und werden für ihre klimafreundlichen Reisegewohnheiten bestraft.

Dr. Heinz Högelsberger,

AK Wien - Umwelt und Verkehr