Zum Artikel von Michael Ortner, 10. Februar

Die Verschwendung von
Boden muss aufhören

Mit Recht machen wir uns in Österreich Sorgen wegen der brutalen Vernichtung der tropischen Regenwälder. Aber es fällt leichter, andere Staaten zu kritisieren, als vor der eigenen Haustür zu kehren. Wenn laut Umweltbundesamt 40.000 Hektar Fläche leer stehen, dann gibt es keinen Grund, neue Flächen für die Verbauung zu erschließen. Wir haben mehr als genug Autobahnen, Einkaufszentren und Einfamilienhäuser. Wenn der Regierung die Lebensqualität der Bevölkerung ein Anliegen ist, dann sollte sie drastische Maßnahmen ergreifen, bevor es zu spät ist. Ein erster Schritt wäre die Zusammenführung der auf Bund, Länder und Gemeinden zersplitterten Kompetenzen im Umweltministerium.

Brigitte Huber,

per E-Mail

Offenbar organisiert Italien
die Raumplanung besser

Am Beispiel einer 4.800-Einwohner-Stadt im Mittelpunkt des Innviertel-Dreiecks: Am Hauptplatz gibt es keinen Greißler mehr, aber in der Peripherie fünf Supermärkte mit riesigen Parkplätzen. Im fast zehnmal größeren Abano bei Padua gibt es zwei. Woran das liegt? In Österreich ist die Raumplanung Gemeindesache, und offensichtlich gibt es italienische Bestimmungen, die Auswüchse wie in Österreich verhindern. Die in der österreichischen Bundesverfassung festgelegten Zuständigkeiten lassen wegen Zwei-Drittel-Erfordernis kaum Kompetenzveränderungen und somit weiterhin munteres Zubetonieren erwarten - leider.

Wolfgang Riemer,

per E-Mail

Besserer Tierschutz
hilft auch den Menschen

Mit mehr als 400.000 Unterschriften kann man dem Tierschutzvolksbegehren vom Jänner ein respektables Ergebnis konzedieren. Allerdings hätten die Initiatoren auf eine viel höhere Zahl hoffen dürfen, hätte nicht die Corona-Pandemie auch dieses Thema in den Schatten gestellt. Das ist insofern eine traurige Ironie des Schicksals, als deren Ausbruch ganz wesentlich mit unserem Umgang mit Tieren zu tun hat.

Die Massenproduktion von Fleisch ist nicht möglich ohne unvorstellbares Tierleid und die Zerstörung der Ökosysteme. Möglichst viele Tiere werden auf möglichst engem Raum zusammengepfercht: ideale Bedingungen für Viren und andere Erreger, um sich auszubreiten, unter den Tieren und manchmal eben auch auf den Menschen. Der Anstieg des Meeresspiegels als Folge der Klimaerwärmung wird nicht zuletzt die Dichte des Zusammenlebens erhöhen, zwischen den Menschen und zwischen Menschen und Tieren - und damit wieder den Boden aufbereiten für weitere, vielleicht wesentlich schlimmere Zoonosen als Covid-19.

Wir könnten die Pandemie zum Anlass nehmen, unseren Umgang mit Tieren radikal in Frage zu stellen und zu ändern.

Mag. Alexander Koppensteiner,

1190 Wien