Zum Interview von Mathias Ziegler, 17. Februar

Wie die Kirche mit der Corona-Pandemie umgeht

Zwei Anmerkungen zum Interview mit Erzbischof Franz Lackner: Das Streuen der Asche aufs Haupt statt des Aschenkreuzes auf der Stirn ist in der polnischen Kirche schon eine jahrhundertelange Tradition. Und in der Osternacht des vorigen Jahres war ich als Pfarrer nicht allein. Wir (Pfarre Neuerlaa/Wien 23) haben in der Osternacht die Kirche für ein paar Stunden mit Monstranz auf dem Altar, brennender Osterkerze und festlicher Orgelmusik offen gehabt. Die Leute sind gern gekommen, um für eine kleine Weile zu beten. Eine zugegebenermaßen sehr spezielle Feier der Osternacht, aber für die Gemeinde stimmig. Als Wiener Vorstadtpfarrer kann man sich halt mehr erlauben als der Erzbischof von Salzburg im Dom...

Pfarrer Georg Zluwa,

1230 Wien

Zur Kolumne von Paul Vécsei,
13. Februar

Die Wiener Bestattung
zeigt makaberen Humor

Die "Wiener G’schichten" habe ich wieder mit Genuss gelesen. Im Kieser-Training-Zentrum (das gefühlt seit Jahren geschlossen hat) habe ich eine Frau mit der Aufschrift "Ich turne bis zur Urne" auf ihrem T-Shirt gesehen. Zuerst habe ich gedacht, mich haut’s um, dann aber habe ich sehr gelacht.

Mag.a Angelika Pichler,

1020 Wien

Die Kritik der ÖVP an der Korruptionsstaatsanwaltschaft

Dass der Bundeskanzler die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft kritisiert, war schon notwendig, denn man soll nicht vergessen: Die Anklage gegen Karl-Heinz Grasser war so verpfuscht, dass es womöglich nie zu einem Urteil kommen wird. Die Hausdurchsuchung im BVT war rechtswidrig und handwerklich schlecht gemacht. So eine Behörde zu loben und nicht zu kritisieren, wäre zu viel verlangt!

Dr. Hermann Markut,

4600 Wels

Ist ein weisungsfreier Bundesanwalt nötig?

Die Demokratie besteht aus Exekutive, Legislative und einer unabhängigen Judikative. "Unabhängig" bezieht sich da nur auf die Richter, der Staatsanwalt vertritt die Anklage des Staates. Ein weisungsfreier Bundesanwalt ist darum Nonsens - seine Aufgabe erfüllen die unabhängigen Richter. Es entspricht auch dem Grundsatz des Primats der Politik, dass sie (gestaltend!) Einfluss auf die Ausübung der Justiz nimmt. Ohne diesen könnten wir auf Politiker verzichten und den Beamten das Regieren überlassen.

Jürgen Jauch,

4040 Linz