Zum Gastkommentar von
Reiner Eichenberger und
David Stadelmann, 24. Februar

Die schädlichen Folgen
der vielen Lockdowns

Die beiden Wirtschaftsprofessoren Reiner Eichenberger und David Stadelmann haben Ansichten geliefert, welche aus der Perspektive der Wirtschaft nachvollziehbar sind. Tatsächlich haben sie aber noch mehr geleistet: Sie haben die Kehrseite der unzähligen Lockdowns und die daraus resultierenden Schäden für unsere Gesellschaft beleuchtet. Das Brennglas auf jene zu richten, die mit "Zero-Covid" unsere Strukturen komplett an die Wand fahren und glauben, damit Menschenleben retten zu können, offenbart Extremismus von Weltfremden, die ihr Mittelmaß genauso verloren haben wie die Corona-Leugner.

Ing. Heinz Mutzek,

1220 Wien

Arbeiten und leben
in der analogen Welt

Seien wir uns bewusst: Millionen Menschen arbeiten nach wie vor örtlich in der Landwirtschaft, der Tierhaltung, bei Wind und Wetter auf dem Bau, in der Industrie, in Lebensmittelfabriken, in Kläranlagen, Werkstätten, in der Bildung, in Gesundheitsberufen, in Labors, im öffentlichen Verkehr, in Kraftwerken, in der Seelsorge, bei der Polizei, Feuerwehr und so weiter. Ohne Grundversorger gäbe es im Homeoffice weder Wärme noch Strom, kein Wasser, nichts zu futtern, keine Müllabfuhr und keine Postdienstleistungen.

Vom Hype der "Heimbüros" profitieren einseitig und vorwiegend Online-Shops und die EDV-Branche. Klar können gewisse Verwaltungs- und Büroarbeiten von zu Hause aus erledigt werden. Aber wir Menschen denken und fühlen analog und brauchen direkten Kontakt. Keine digitale Methode kann das Erlebnis eines richtigen Konzertes oder Theaters auch nur annähernd ersetzen. Wir alle sehnen uns nach der unverzichtbaren Menschlichkeit im hoffentlich bald wieder möglichen normalen Alltag, für den wir dann noch bewusster - und mit noch größerer Rücksicht auf eine intakte Umwelt - Sorge tragen sollten.

Ueli Krasser,

6332 Hagendorn

Eine Würdigung des Gartenviertels Friedensstadt

Denkmal für die Gründung der Friedensstadt. - © Thomas Ledl, CC BY-SA 3.0 AT, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/at/deed.en, via Wikimedia Commons
Denkmal für die Gründung der Friedensstadt. - © Thomas Ledl, CC BY-SA 3.0 AT, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/at/deed.en, via Wikimedia Commons

Das Jubiläum der Gründung des Gartenviertels Friedensstadt, eines der lebenswertesten Bereiche der Bundeshauptstadt, wird 2021 mit frisch renovierten Straßen gefeiert. Die 1921 begonnene Stadtgeschichte dieses 13 Hektar großen Teils von Wien-Hietzing zeigt eine im Schatten des Ersten Weltkrieges entstandene Garten- und Wohnsiedlung. Das ursprüngliche Konzept Hans Kampffmeyers enthielt die Schaffung einer Selbstversorgungslandschaft für Kriegsinvaliden außerhalb der damaligen Stadtgrenze Wiens. Diese Idee spiegelt sich in den Bebauungsplänen wider. Der Adolf Loos erbaute mit Unterstützung des Siedlungsamtes und seiner Assistentin Musterhäuser. Das Denkmal der Friedensstadt (Bild) trägt die Namen von in der Siedlung und im Siedlerverein verdienten Persönlichkeiten, zu denen auch mein Verwandter, Hofrat Dipl.-Ing. Josef Eberwein, zählt.

Der in die Waldlandschaft eingebettete Ort der Ruhe ist dem stetigen Diskurs zwischen der Stadtentwicklung, den Sicherheitsbehörden und den Bürgern zu verdanken. Ich wünsche der Gartensiedlung Friedensstadt zum 100-Jahr-Jubiläum alles Gute auf dem bereits erfolgreich eingeschlagenen naturverbundenen Weg in die Zukunft.

Dr. Helgo Eberwein,

1130 Wien